SPOILER-SPOILER-SPOILER-SPOILER-SPOILER
Definitiv hast du dir hier eine Geschichte ausgedacht, die in keinster Weise mit meiner Vorstellung dieses Themas etwas gemeinsam hat. :) Deine Geschichte hat mich wirklich überrascht.
Zuerst einmal möchte ich etwas zu deinem Schreibstil an sich sagen. Du hast Passagen die wirklich schön ausgeführt sind, dann aber immer wieder Sätze dazwischen, die unschön formuliert sind. Das passiert immer dann, wenn du Sätze mit einem "und" verknüpfst und dann eine Erklärung hinzufügst. Über diese Sätze bin ich während des Lesens jedes Mal gestolpert.
S.7
"bis die Lähmung das Herz erreicht und dies hatte zu ihrem Tode geführt."
An diesen Satz anschließen möchte ich die Frage, warum du diesen Absatz geschrieben hast. Geht es doch einzig darum, dass die Mutter gestorben ist. Das "Wie" spielt doch gar keine Rolle und findet abschließend auch keine weitere Erwähung.
S.7
"So unterschiedlich sie auch waren, so hatten sie das gleiche Blut in den Adern und waren die letzten Nachfahren Anythes und genau aus diesem Grund waren sie hier."
Wenn du den Satz liest, weißt du bestimmt, was ich mit dieser "Und-Sache" meine.
S.8
"und Geld zu essen für sie beide verdient."
Geld zu essen? :) Das hast du bestimmt nicht so gemeint.
Etwas, was du sicherlich ebenfalls anders meinst ist:
S.9
"verbreitete sich der Weg!"
Er weitete sich oder gegebenenfalls verbreiteRte sich... aber verbreiten kann er sich schlecht :)
Außerdem sind mir so einige Tippfehler und fehlende Kommata aufgefallen, sowie Fehler in den von dir verwendeten Zeiten. Letzteres aber nur 2 oder 3 mal. :)
Jetzt zur Geschichte:
Der Einstig hat mir gut gefallen. Du erzeugst damit sofort Spannung und hast den Leser gleich am Haken. Die Idee mit den leuchtenden Kristallen, die sich jeder leisten kann und eine Lichtquelle bilden, gefiel mir besonders gut. Deine Art die Umgebung zu beschreiben, ist hier besonders gelungen. Man bekommt einen guten Eindruck des Tempels, in dem sie sich gerade befinden.
Fehler Seite 5:
halte - hallte
in einen tragbaren - einem
Sie waren wie der Tempel so uralt - entweder "Sie waren so uralt wie der Tempel" oder ein Komma vor "so uralt"
Fehler Seite 6:
komplizierte, magische - hier fehlt jeweils ein n am Ende
Auf Seite 6 musste ich dann das erste Mal einen Absatz zweimal lesen.
"Eigentlich war sie mit komplizierten, magischen Siegeln versehen, doch das Blut der Göttin..."
Okay, es stellt sich heraus, dass die beiden diese Siegel auf Grund ihrer Ahnen einfach so überwinden können, aber die Siegel sind doch trotzdem da. Mit diesem langen Satz, in dem das Blut der Göttin Anythe den Menschen zugeführt wurde, wird das Siegel eigentlich aufgehoben, ist dann aber nur für die beiden einfach so zu überwinden. Also eine Sperre, die da ist, ohne da zu sein. Gleichzeitig stellte sich mir die Frage, wozu diese Siegel benötigt werden, wenn doch die anderen Menschen diese Tür sowieso scheinbar gar nicht sehen können.
Den zweiten nachfolgenden Satz, fand ich ebenfalls verwirrend:
"Damals verlieh diese Abstammung große magische Kräfte, doch heute war das Blut so verwässert, dass es ihnen lediglich half die magische Sperre zu überwinden."
Das sind aber doch schon keine kleinen Kräfte, wenn man im Endeffekt der Geschichte davon ausgeht, wofür diese Siegel denn eigentlich gedacht sind. Schließlich wird unter dieser Falltür und hinter dem Tor ein schrecklicher Gott in seinem Gefängnis gehalten. Komplizierte, magische Siegel einfach so zu lösen, finde ich doch schon recht magisch.
Außerdem haben sie ja noch zwei weitere große magische, verborgene Fähigkeiten, sodass ich mich frage, was da damals noch mehr war, dass man in diesem Zusammenhang von großen, magischen Kräften und Verwässerung des Blutes spricht. Schließlich war es schon beim ersten Urahn ein 50-50 Verhältnis von Gott zu Mensch. Okay, vielleicht mache ich mir da auch zu viele Gedanken. :)
Zum Tod der Mutter habe ich schon etwas gesagt, beim Vater hast du es dann mit einem Satz kurz und knapp gemacht. Beide Eltern sind tot, der Bruder hat sich um die Schwester gekümmert, die mittlerweile 16 ist und er hat die 19 Lenze erreicht. Er wird bald heiraten, sie hingegen nicht, obwohl viele um sie geworben haben. Das fällt dem Bruder wohl noch schwer. ;)
Nun kommen wir zu Sonyas Vater, der nicht nur der Dorfälteste ist, sondern auch ein Priester Sakkons. Dies ist ein Gott, der nicht mehr existiert richtig? Dennoch hält er daran fest.
Die Sache mit den Göttern ist mir ebenfalls irgendwo ein Rätsel geblieben.
Seite 9:
"Doch so wurden alle Götter dahingerafft bis auf einen und diesem Gott wollte niemand dienen."
SO wurden alle Götter dahingerafft? Wie denn? Wieso? Irgendwie fehlt mir hier eine Erklärung. Ebenfalls stört mich dieses "doch" am Anfang des Satzes, im Bezug auf das Vorangegangene.
In Hinblick auf das, woraus es hinausläuft, wäre es schon interessant gewesen zu erfahren, was genau denn da vorgefallen ist, dass alle Götter tot sind.
Jetzt sind wir bei einer Beschreibung, die ich ebenfalls hinterfragen muss.
Der Weg wurde nach einiger Zeit breiter und auf Seite 10 durchschreitet Theromon durch "den Durchgang". Welchen Durchgang? Davon war doch vorher gar keine Rede. Lediglich der Weg wurde breiter. Ein paar Zeilen weiter erstreckt sich plötzlich der runde Raum. Den Durchgang hätte ich eher hier erwartet, als irgendwo vorher.
Dann noch auf Seite 10:
"denn etwas schien über seinen Körper zu gleiten und ihn zu durchleuchten."
Dabei zittert er nur? Er weiß doch gar nicht was das ist. Passiert das dann auch mit Kassia? Oder geht sie einfach durch und ist erschrocken, weil da etwas mit ihm passiert? Wie bemerkt sie das? Was sieht sie? Mit dem einen Satz ist es irgendwie ein bisschen knapp gehalten.
"Unweit der natürlichen Felsformation erstreckte sich ein dunkler See."
Einige Zeilen weiter:
"Wir müssen da durch", teilte er ihr...
Für mich las sich diese Stelle so, als ob sie durch den See müssten, den du zuletzt erwähnt hast. Erst beim Weiterlesen fiel mir auf, dass der Steinbogen gemeint war. :)
Fehler Seite 10:
seine Seite - seiner Seite
Der Part, der sich an das Durchtreten des Steinbogens anschließt, hat mir außerordentlich gut gefallen. Ich habe auf gar nichts anderes mehr geachtet als darauf, die Buchstaben möglichst schnell aufzusaugen und weiterzulesen. Das Durchleben der Schmerzen fand ich wirklich prima dargestellt. Auch, dass er ihr erst hier erzählt, was es mit ihr und ihm auf sich hat, fand ich passend und ungeheuer spannend.
Dass er Kassia dann letztlich wegen ihrer Gabe umbringt, uff, das habe ich nicht erwartet. Noch weniger erwartet habe ich dann das, was du aus der Geschichte ab jetzt rausholst.
Dieser böse Gott ist dir wirklich gelungen. Er hat mir eine Gänsehaut bereitet, ich fand ihn geradezu gruselig.
All das was jetzt passiert, konnte Theromon, der den Lauf der Dinge geändert hat, nicht in seinen Träumen sehen, nicht erahnen, wie schrecklich alles ausgehen würde. Er konnte nicht wissen, dass Peron ihn betrogen hat, ja sogar Sonya eine der Drahtzieherinnen war.
Über diesen ganzen Part brauche ich gar nicht viel zu sagen, weil ich ihn besonders gelungen fand. Seine Transformation ist so absurd und gleichzeitig so eindrucksvoll... es hat mir wirklich gefallen.
Was ich von den Feuertränen halten soll, weiß ich noch nicht ganz, dafür muss ich den Text wohl noch einmal lesen, aber der Schluss ist echt gut bei mir angekommen. Mal etwas anderes, nicht so nettes, kein Friede, Freude, Eierkuchen. Alles in allem eine Umsetzung, die ich einfach nicht erwartet habe und die mich von Seite zu Seite immer mehr überrascht hat.
Tolle Geschichte :)
Liebe Grüße
Iris