"Er mußte so bleiben, damit ich hoffen konnte." - Das ist m. E. der entscheidende Satz in Deinem ausgezeichnet formulierten Text. Der Abstand, mit dem Du die einzelnen Geburtstage in der Rückschau betrachtest, zeigt wie in einem Film, was zu dem heutigen "Standpunkt" geführt hat, aber nicht dabei zu bleiben braucht. Denn: Muß der Nächste wirklich so bleiben, d. h. mit einem ungetrübten Bild von der Welt, ohne Risse, ohne... mehr anzeigen
"Er mußte so bleiben, damit ich hoffen konnte." - Das ist m. E. der entscheidende Satz in Deinem ausgezeichnet formulierten Text. Der Abstand, mit dem Du die einzelnen Geburtstage in der Rückschau betrachtest, zeigt wie in einem Film, was zu dem heutigen "Standpunkt" geführt hat, aber nicht dabei zu bleiben braucht. Denn: Muß der Nächste wirklich so bleiben, d. h. mit einem ungetrübten Bild von der Welt, ohne Risse, ohne Zerbruch, ohne Kratzer, damit der Andere zu hoffen wagt? Es sind doch gerade all diese Ent-Täuschungen, die den Menschen mit prägen. Stell wir vor, dieser junge Mann wäre in den Täuschungen, die ja jeder Ent-Täuschung vorangehen, steckengeblieben? Lieber ist mir eine "harte" Wahrheit als eine sanfte Lebenslüge. - Allein dieses Hinterfragen, daß Du hier sehr einfühlsam beschreibst, läßt den Leser nachdenklich zurück. Deine intensive Art, Gefühle zum Ausdruck zu bringen, macht sprachlos und manchmal auch traurig. Aber es ist wohl immer so, wenn jemand etwas beschreibt, das wohl viele durchleben mußten, die eine große Gabe mitbekommen haben. Würden sie diese Gabe für sich und ihre Innentiefen nutzen, vielleicht wäre das ein Weg, die Hoffnung trotz der Enttäuschungen bewußt nach oben zu halten. - Ein starkes Buch von Dir!