Ein perfektes Spiegelbild einer zu tiefst gespaltenen Persönlichkeit, - zum einen egoistisch bis zur Ekstase, auf der anderen selbstlos bis zur Narrheit. So präsentieren sich Menschen, deren selbstverschuldete Orientierungslosigkeit ihrem Unvermögen entspringt, sich der Welt zu stellen und dafür die Welt auch noch verantwortlich machen. Und obgleich niemand dringender nach Anerkennung lechzt, wird sie kaum jemanden weniger... mehr anzeigen
Ein perfektes Spiegelbild einer zu tiefst gespaltenen Persönlichkeit, - zum einen egoistisch bis zur Ekstase, auf der anderen selbstlos bis zur Narrheit. So präsentieren sich Menschen, deren selbstverschuldete Orientierungslosigkeit ihrem Unvermögen entspringt, sich der Welt zu stellen und dafür die Welt auch noch verantwortlich machen. Und obgleich niemand dringender nach Anerkennung lechzt, wird sie kaum jemanden weniger zuteil ... nicht, weil sich ihm die Welt verschließt, sondern genau umgekehrt. Jemanden, dem Rang vor Verstand geht, dem äußere Attribute innere Defizite kompensieren und dem sich die ganze Welt zu fügen hat (weigert sie sich, wird sie zum Feind erklärt), muss mit Notwendigkeit scheitern. Ist doch die logische Konsequenz eine immer stärkere Isolation mit einer damit unweigerlich verbundenen Flucht in eine Traumwelt, die sich am Ende derart verdichtet, dass der Symptomant zwischen Wahn und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden kann. Die Folge ist eine fiktive Scheinwelt, die sich, je länger sie währt, immer weiter vertieft und bis eine Rückkehr schlussendlich unmöglich wird. Der Protagonist ’verseltsamt’.
Auf diese Weise wird der Leser ständig, zwischen Mitleid und Verachtung schwankend, mit neuen Seiten des Protagonisten konfrontiert, ohne das sich jemals eine Konfliktlösung abzeichnet, da jeder Versuch einer Annäherung, sofort von dessen Streben nach Dominanz überlagert und letztlich erstickt wird. Das wiederum läuft seinem Ziel, der Suche nach Nähe und Wärme, permanent zuwider, was die ganze Sinnlosigkeit jeder Hilfe deutlich macht. Einmal mehr erweist sich, dass moralisches Handeln, ohne die Annahme der sittlichen Autonomie des Individuums undenkbar ist und die Tragik des Irrtum wie des Scheiterns einschließt. Das perfekt organisierte Glück mit Hilfe gekünstelter Szenarien würde mit dem tatsächlichen Streben nach ehrlicher Liebe und Geborgenheit auf Dauer unvereinbar sein, so lang sie von einer Scheinwelt nur um des Lieben Friedens willen getragen wird.
Ungelöstes bleibt allerdings, wieso der freie Wille mit tiefer Genugtuung auf die eigene Zerstörung gerichtet sein kann, entgegen dem wahren Interesse jeder Vernunft, von der doch erwarte werden dürfte, dass sie sich mit der Kraft der Wahrheit durchsetzt. Doch Frankas Aufbegehren ist in Wahrheit nichts als ein Prostet der Eigenliebe gegen die Unvermeidlichkeit von Erniedrigung und Beleidigung --- ein überaus tiefsinnige Werk....dem viel mehr zu entnehmen ist, als der Autor sicherlich beabsichtigt hat... hochklassig!!!