Die Geschichte lässt mich irgendwie unzufrieden zurück und jetzt sollte ich wohl dir und auch mir selbst erklären, woran es liegt... hoffe sehr, es gelingt...
Was Rechtschreibung und Stil angeht, habe ich nicht wirklich etwas zu beanstanden, ein paar Mal habe ich beim Lesen zwar gezögert, weils für mich seltsam klang, aber sowas wie Fehler hab ich jedenfalls auch beim zweiten Lesen nicht entdeckt.
Wahrheiten...
Ich verstehe... mehr anzeigen
Die Geschichte lässt mich irgendwie unzufrieden zurück und jetzt sollte ich wohl dir und auch mir selbst erklären, woran es liegt... hoffe sehr, es gelingt...
Was Rechtschreibung und Stil angeht, habe ich nicht wirklich etwas zu beanstanden, ein paar Mal habe ich beim Lesen zwar gezögert, weils für mich seltsam klang, aber sowas wie Fehler hab ich jedenfalls auch beim zweiten Lesen nicht entdeckt.
Wahrheiten...
Ich verstehe deine Definition von 'Wahrheit' nicht. Athar sieht 'Wahrheiten', aber oft kommt es mir so vor, als erkenne er nur die Gefühle der Menschen (gerade bei dem Schankmädchen – das mit dem Hass dieses Mädchens finde ich übrigens übertrieben, Hass ist schon ein starkes Wort und nur weil ein Betrunkener irgendwas daherredet, fängt man nicht an zu hassen, man ist höchstens genervt - oder den Händlern im Wald). Außerdem scheint sich seine Gabe ja nur auf negative Wahrheiten zu erstrecken, auf bösartige Geheimnisse, die allen verborgen bleiben sollen. Warum sieht er nirgends etwas Gutes? So schlecht kann diese Welt auch wieder nicht sein.
Und wenn er zum Beispiel erkennt, dass dieser Mann in der Gaststube ein Mörder ist, warum erkennt er nicht, was ihn überhaupt erst zum Mörder gemacht hat? Warum endet seine Vision nach diesem ersten Eindruck? Was verstehst du da unter Wahrheit? Die Ein-Wort-Beschreibung von dem, was ein Mensch so tut, oder eine Erklärung für alles? Ist dann die Wahrheit eine einzige Tatsache oder ein Begründungsgeflecht... philosophische Abgründe, in die deine Geschichte mich da stürzt!
Götter
Die Motive des Toten Gottes und seiner Priesterin sind mir zwar klar, aber so richtig zur Geschichte wollen sie mir nicht passen, vielleicht auch einfach darum, weil man von diesen Zehn Göttern so gut wie nichts mitkriegt und davon, wie sie so sind, was ihre Anhänger so glauben....
Überhaupt bin ich mir nicht sicher, wie ich mir diese Götter nun vorzustellen habe: als real erscheinende Personen, die direkt ansprechbar sind und ins Leben der Menschen eingreifen?
Zu Athar als Person:
Ich konnte ihn mir wirklich nicht gut vorstellen, vielleicht war das auch der Grund, dass mich die Geschichte einfach nicht fesseln konnte. Wie sieht er überhaupt aus, was tut er gerne? Wenn er keine Freunde hat, hat das denn keine Auswirkungen auf ihn? Gefühle oder so kriegt man fast keine von ihm mit, er kommt mir permanent wie ein lebloser Handlungsträger vor...
Zur Welt/Umgebung:
Kann ja sein, dass es Geschmackssache ist, aber mir haben Beschreibungen gefehlt. Von so ziemlich allem. Natürlich hat jeder eine grobe Vorstellung einer mittelalterlichen Stadt im Kopf oder von einem Wald bei Nacht, aber... wie soll ich's beschreiben... das Gefühl der Körperlichkeit, des Erlebens hat während dem Lesen einfach gefehlt... Ich war einfach nicht in DIESER Stadt und in DIESEM Wald... alles ist fremd und unnahbar geblieben...
Sooo... ich hoffe, ich konnte irgendwie begreiflich machen, was mich gestört hat (so ganz verstehe ich es selber immer noch nicht...). Von Schreibstil und Idee her fand ich es eigentlich echt gut (gerade das mit dem getöteten Gott und den Welten usw), aber packen konnte die Geschichte mich wirklich nicht, sie ist nicht lebendig genug und bleibt nur eine Geschichte (die sie ja am Ende auch ist, aber so ist das Ende nicht eben überraschend und... die Geschichte sagt eigentlich irgendwo zwischen den Zeilen, dass da eine Aussage steckt, aber entweder die Geschichte lügt mich an ( komische Aussage, ja) oder die Aussage kriege ich nicht zu fassen, weil ich vieles elementares nicht verstehe – siehe unter Wahrheiten ^^)
Wenn mir noch irgendwelche Erkenntnisse kommen, was genau das Problem ist, schreibe ich noch mal...
lg idanadine