Dazu eine Melodie und fertig ist ein Lied, was unsere Mütter einst zur Hausarbeit sangen.
Ein Gedicht im Versmaß des Bänkelliedes.
Da Du,liebe Petra uns auch immer mit Querverweisen verwöhnst, hier mal einer auf
Bänkelsang,
Form des populären Liedes, die im 17. Jahrhundert aus den mittelalterlichen Flugblattliedern hervorgegangen ist. Die Bezeichnung geht auf den Begriff Bänkel zurück, eine Verkleinerungsform von Bank, auf... mehr anzeigen
Dazu eine Melodie und fertig ist ein Lied, was unsere Mütter einst zur Hausarbeit sangen.
Ein Gedicht im Versmaß des Bänkelliedes.
Da Du,liebe Petra uns auch immer mit Querverweisen verwöhnst, hier mal einer auf
Bänkelsang,
Form des populären Liedes, die im 17. Jahrhundert aus den mittelalterlichen Flugblattliedern hervorgegangen ist. Die Bezeichnung geht auf den Begriff Bänkel zurück, eine Verkleinerungsform von Bank, auf die die Sänger stiegen, wenn sie auf Straßen und Plätzen ihre Lieder zu Gehör brachten. Der Bänkelsang hatte sowohl eine Informations- wie eine Belehrungsfunktion. Die Lieder behandelten aktuelle Ereignisse von allgemeinem Interesse wie Katastrophen, Verbrechen, Hinrichtungen usw. und schlossen mit einer moralisierenden Sentenz, die den Hörern die Schlussfolgerungen für das eigene Verhalten nahe brachte. Als Grundlage wurden Choralmelodien oder Kirchenlieder verwendet, auf die die Bänkelsänger ihre Verse dichteten. Ihren Vortrag, zu dem sie sich auf Harfe, Violine, später auch Drehorgel begleiteten, ergänzten und verdeutlichten sie mit großen Bildtafeln. Diese stellten die besungenen Ereignisse in ihren wichtigsten Phasen dar, auf die sie jeweils passend zu den Liedstrophen mit einem Stock zeigten. Auf Jahrmärkten hielt sich die Form des Bänkelsangs noch vereinzelt bis in die ersten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts, wobei man die Lieder inzwischen als Moritat bezeichnete (wohl von Mordtat abgeleitet, die unter den berichteten Ereignissen mittlerweile dominierte). Im Kabarett der Zwanzigerjahre erlebte der Bänkelsang in einer literarisierten Form noch einmal eine Renaissance, wobei so bedeutende Dichter wie Ringelnatz, Brecht, Kästner und Wedekind die Verse lieferten.
(c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2005