Ich überlege gerade, wie viele "echte" Abschiedsbriefe ich schon gelesen habe ... schätze mal, so um die zwei Dutzend. Die meisten waren sehr kurz. Zwei davon waren sehr lang. Aber alle waren "ADRESSIERT", nämlich für einen bestimmten Empfänger geschrieben. (der war in keinem Fall ich. Ich war nur einer der ersten am "Tatort" mit der Befugnis, sich alles genau anzuschauen).
Dein Abschiedsbrief ist zwar nominell an die Eltern... mehr anzeigen
Ich überlege gerade, wie viele "echte" Abschiedsbriefe ich schon gelesen habe ... schätze mal, so um die zwei Dutzend. Die meisten waren sehr kurz. Zwei davon waren sehr lang. Aber alle waren "ADRESSIERT", nämlich für einen bestimmten Empfänger geschrieben. (der war in keinem Fall ich. Ich war nur einer der ersten am "Tatort" mit der Befugnis, sich alles genau anzuschauen).
Dein Abschiedsbrief ist zwar nominell an die Eltern gerichtet, aber vom Text her für eine anonyme Leserschaft geschrieben. Das merkt man beim Lesen. Das stört. Das wirkt unecht. Das passt nicht. Die Eltern kennen die Hintergründe doch; Jonathan braucht sie ihnen nicht zu erklären. Doch er tut es unentwegt.
Zum Schluss wird Jonathan auch noch sarkastisch (die Sache mit dem Grill und dem Restwert vom Auto) .... das tut der Geschichte nicht gut. Wer die Kraft zum Sarkasmus hat (Todkranke und Steinalte ausgenommen), hat auch die Kraft zum Weiterleben.
Das Thema, das du gewählt hast, ist klasse! Als Gläubiger leben "in dieser Welt", aber nicht "von dieser Welt" ... das schreit ja geradezu nach SCHEINWELT. Und was bei diesem Spagat mit den Kindern gläubiger Eltern passiert, kann ein gewaltiges Drama sein. Also reichlich Stoff. Ich finde, dass die Form des Abschiedsbriefes für dieses Drama, das vielen Menschen unbekannt ist, nicht die richtige Wahl ist.
Sorry, wenn ich ein bisschen unfreundlich herüber komme. Denn schlecht ist dein Beitrag ja trotz allem nicht. Nur mir will er nicht so recht gefallen.
Hey Joe (um es mal die Worten von Jimi Hendrix zu sagen),
es ist mir fast ein wenig unangenehm, das zu schreiben, aber im Titel und auch im letzten Satz meines Textes wird ziemlich deutlich, dass sich der Brief nicht ausschließlich an die Eltern richtet.....
Nichts für ungut!
Susannah