Hallo liebe Stefanie.
ZUM PROLOG
Das wird wohl mein längster Kommentar, den ich auf Bookrix je verfasst habe. *grins*
Ich beginne grade, deine Geschichte zu lesen. Der Anfang ist gefühlvoll verfasst. Ich mag so etwas. Auch die Einleitung mit dem Abschnitt des Gedichtes gefällt mir gut. Bei deiner Überarbeitung musst du unbedingt auf Ausdrucks und Logikfehler achten.
Beispiel: Tränen kommen nicht hoch. Es reicht wenn du schreibst... mehr anzeigen
Hallo liebe Stefanie.
ZUM PROLOG
Das wird wohl mein längster Kommentar, den ich auf Bookrix je verfasst habe. *grins*
Ich beginne grade, deine Geschichte zu lesen. Der Anfang ist gefühlvoll verfasst. Ich mag so etwas. Auch die Einleitung mit dem Abschnitt des Gedichtes gefällt mir gut. Bei deiner Überarbeitung musst du unbedingt auf Ausdrucks und Logikfehler achten.
Beispiel: Tränen kommen nicht hoch. Es reicht wenn du schreibst das einem die tränen kommen. Sonst ist der Leser verwirrt und das stört den Fluss der Geschichte. An manchen Stellen ist es wichtig den Fluss zu stören, allerdings ist es dann so gewollt, das der Leser über das Vorangegangene nachdenken soll. Über, Tränen, die "Hoch" steigen, würden so blöde Fragen in den Köpfen der Menschen auftauchen, wie „Wie hoch?“ oder „Wo hoch?“, was dir wahrscheinlich selbst auch ziemlich unsinnig vorkommen wird.
Logikfehler wie beispielsweise: Du fragst dich, ob der Schmerz vom Dolch ist ...
Du solltest das anders formulieren. Es mag sein das Du dir gedacht hast, das sich das ja jeder selbst denken kann, wie das gemeint ist, und damit hast du sicherlich vollkommen recht, allerdings wenn man etwas liest, das in der Welt der Belletristik Bestand haben will, dann möchte man sich über diese Fragen keine Gedanken machen, wenn nicht eine tiefere Bedeutung dahinter steht. Sich zu fragen, wie dieser Satz gemeint ist, ist zwar schlüssig, aber an sich nicht logisch, weil der Dolch erstens vorher in der Geschichte nicht vorkam, wodurch ein Logikfehler entsteht und zweitens man sich ohne eine Bedeutung diese Frage eigentlich nicht stellen möchte. Man könnte allerdings durch eine Umformulierung wie: Es schmerzt, als wenn ein Dolch eine Wunde hinterlassen hätte.
Somit hättest du auch gleich einen Ansatzpunkt, um flüssig weiter zu schreiben und der Logikfehler wäre nicht mehr vorhanden, weil du keinen bestimmten Dolch mehr ansprichst. Es könnte auch jeder andere Dolch diesen Schmerz verursacht haben. Die Bedeutung, dass der Schmerz lediglich in der Seele brennt und fast schon körperlich wirkt, geht dadurch nicht verloren, sondern wird viel eher noch betont.
Dann zu der Frage: Warum ermordet der Vater seinen Sohn. Weil er sich in ein Mädchen verliebt hat?
Warum?
Dieses „Warum“ bleibt ungeklärt. Wenn du dies im Laufe der Geschichte erzählen möchtest, so wäre es klug irgendwie darauf hinzuweisen. Sonst zerbricht sich der Leser über diese Kleinigkeit den Kopf. Vielleicht hilft an dieser Stelle, wenn du ein wenig auf die Gefühle des Vaters eingehen würdest und warum er diese Gefühle hat. Im Grunde sind dies psychologische Spielchen die der Autor mit dem Leser führt und mit denen sich Autoren manchmal beschäftigen müssen. Beispiel: Stephen King ist ein wahrer Meister ungute und traurige Gefühle zu beschreiben und er ist sehr vielseitig darin. Die meisten Autoren, wenn nicht sogar alle, orientieren sich an den Gefühlen der Menschen, weil sie jeder nachempfinden kann. Jeder wechselt zwar seine Erzählweise, aber man achtet immer darauf, das man das, was man schreibt auch irgendwie nachempfinden kann. Dass deine Romanfigur es nicht kann, das ist ja vollkommen ok, aber der Erzähler kann es und der Leser „muss“ es nachempfinden können. Dass der Erzähler es nachempfinden kann (nicht unbedingt der Autor), ist logisch, denn er KENNT die Geschichte ja auch. Autor und Erzähler sind nicht immer dieselbe Person. (Beispiel: wenn ein Autor in der Ich-Form schreibt, so ist der Erzähler die Person, die der Autor erfunden hat, welche dann in der Ich-Form berichtet)
Du beschreibst das sterben sehr eindrucksvoll und ich habe dieses Kapitel, allein durch die mitschwingenden, beschriebenen Gefühle sehr genossen. Dein Stil wird besser, von Geschichte zu Geschichte und die Art und Weise, die du gewählt hast, wie die Geschichte erzählt wird, finde ich persönlich mehr als gelungen. Soviel zum ersten Kapitel.
Jetzt werde ich mich dem nächsten Abschnitt widmen :). Normal fallen meine Kommentare nicht so lang aus. Aber du hast mich speziell bei dieser Geschichte darum gebeten, weil sie dir wichtig ist. Also nehme ich mir die Zeit und schreibe dir zu allem was du geschrieben hast, das was ich dazu denke und hoffe das Es dir helfen wird.
ZU: ALLES WARTEN IST WARTEN AUF DEN TOD
Hier finde ich klasse, das dein Erzähler wechselt. Wie zuvor schon beschrieben, in die Ich-Form. Der Wechsel ist meiner Meinung nach, deswegen gut gelungen, weil dein erster Erzähler den Leser quasi direkt angesprochen hat, um sich zu erklären. Es passt einfach gut und gefällt mir dem entsprechend.
Du musst aber aufpassen, dass du die Zeitrechnung nicht versemmelst. Die sterbende Frau sagt „in all den 83 Jahren“, was bedeuten würde, dass William und sie 83 Jahre zusammen waren. Wenn du hinzurechnest, dass sie nach der damaligen Zeit gerechnet sicher keine 18 war, als sie zusammen kamen oder sagen wir maximal 18, dann wäre sie nun vielleicht 101 Jahre alt, was zwar möglich aber unwahrscheinlich ist. Vielleicht war das aber auch beabsichtigt. In dem Fall vergiss das wieder.
Hauptsache ist, dass du verstehst, was ich meine.
Oh grade weiter gelesen und festgestellt, dass ich hier tatsächlich etwas falsch lag. Entschuldige. Das passiert, wenn man einen Text nach und nach durchgeht. Sorry. Ich erkenne grade, dass du zwar die Erzählweise, aber nicht den Erzähler selbst gewechselt hat. Ändert aber nichts daran, dass es mir gefällt. :)
Dass der Schutzengel Sie als Klienten bezeichnet, wie in einer geschäftlichen Beziehung ist allerdings befremdend, aber ebenso auch Geschmackssache. Der letzte Satz im Kapitel ist mir aber etwas unverständlich. Vielleicht ist es aber nur ein Grammatikfehler. Wenn du Kommasetzung richtig einsetzt und das Letzte „das“ in „dem“ änderst entsteht: „... dem Leben dankbar ist“ und somit würde der Satz Bedeutung bekommen. Falsche Worte können die Bedeutung eines Textes vernichten. So kann man auch entdecken, welche Macht ein einziges Wort haben kann.
ZU: DER ANFANG ALLER DINGE ...
In diesem Kapitel fielen mir nur zwei Dinge auf. Ein paar Grammatikfehler, die du aber mit dem Duden Korrektor weitgehend wegbekommst, (Word oder Open Office verwenden), und ganz zum Ende des Kapitels, hast du geschrieben, dass Gabriele ihren ERSTEN Schutzengel bekommt. So wie du die Geschichte aber aufgebaut hast, bleibt ein Schutzengel das ganze Leben bei seinem Klienten. Somit entsteht ein kleiner verzeihlicher Logikfehler, den du überwindest, indem du das Wort „ersten“ einfach weglässt. Es war ein super Dialog, der vielen Autoren kompliziert geworden wäre. Und er zaubert ein schmunzeln auf die Gesichter der Leser. Prima geschrieben.
ZU: MAN BLEIBT JUNG, SOLANGE ...
Ich habe das Kapitel nun zur Hälfte gelesen und frage mich, warum für den Schutzengel der Tod genau so traurig und schlimm ist wie für einen Menschen, obwohl dieser doch eine vollkommen andere Sichtweise zum Tod haben müsste, wie du es selbst ja auch beschreibst. Der Tod gehört zum Leben dazu. Nur der Schutzengel weiß, im Gegensatz zum Lebenden, das nach dem Tod nicht alles vorbei ist. Im Gegenteil, du schreibst von Wiedergeburt oder besser von einem nächsten Leben. Ist es nur der Abschied, der ihn schmerzt, oder ist da mehr? Es ist aus dem Text bisher nicht ersichtlich, aber vielleicht kommt das ja noch.
Als die Aussage kam, das „Wenn Gott, oder wer immer auch da oben hockt ...“, war ich sehr erstaunt. Ich dachte immer, dass Engel auf jeden Fall von Gottes Existenz wüssten. Dass es in deiner Geschichte anders ist, macht Sie um so interessanter.
Auf Seite 19 schreibst du, dass Kaja den Schutzengel erst ein paar Monate zuvor sehen konnte, aber du hattest schon vorher geschrieben gehabt das die Schutzengel 10 Jahre vor ihrem Tod von ihren Klienten gesehen werden können. Das widerspricht sich ein wenig und ist somit ein Logikfehler, den du aber leicht überarbeiten kannst.
Was ich klasse finde ist, das Ende dieses Kapitels, weil das Kind den Engel anscheinend sehen kann. So ist man gespannt, wie es weiter geht. Im Grunde sind deine ersten kapitel nur eine Einleitung. Sie ist gut geworden. Jetzt noch den Spannungsgeladenen Mittelteil und einen krönenden Abschluss. Ich bin gespannt welches Hauptproblem auf den Schutzengel oder den Schutzengeln zukommt und wie sie es lösen werden. Oder ob du dich zu einem völlig anderen Aufbau der Geschichte entscheidest. Alles in allem hast du dir viel Mühe gegeben Gefühl in die Geschichte hinein zu bringen, was sie lebendig macht. Ich freue mich schon darauf, wie es weiter geht. Bitte schreibe mir dann einen Text, wenn ich ab Seite 19 weiter Kommentieren und mit dir die Geschichte durchgehen soll. Ich hoffe sehr, dass ich dir mit meinen Ausführungen behilflich gewesen bin. Sicher bin ich selbst nicht perfekt und vielleicht magst du einiges auch etwas anders sehen wie ich, aber das ist nun mal die Freiheit eines Autors, der seine eigenen Geschichten zu Papier bringt.
Viele liebe Grüße
Frank Schneider
(Drachengnom)