Lieber Ralf
Es sind schöne, aber auch schwere Erinnerungen. Unsere Generationen haben meist nur eine Oma gehabt, die Kinder heute hingegen, haben agile Großeltern, die fast noch Eltern sein können. Unsere Oma oder unsere Großeltern waren alt.
Du schreibst sehr lebendig und erzählst sehr bildhaft wie dein Leben damals mit Oma verlaufen ist. Sie war nicht herzlich, sie war aber trotzdem für euch da, hat euch beschützt, Kräuter... mehr anzeigen
Lieber Ralf
Es sind schöne, aber auch schwere Erinnerungen. Unsere Generationen haben meist nur eine Oma gehabt, die Kinder heute hingegen, haben agile Großeltern, die fast noch Eltern sein können. Unsere Oma oder unsere Großeltern waren alt.
Du schreibst sehr lebendig und erzählst sehr bildhaft wie dein Leben damals mit Oma verlaufen ist. Sie war nicht herzlich, sie war aber trotzdem für euch da, hat euch beschützt, Kräuter gesammelt und vielen Menschen geholfen.
Ihr Sterben bedrückt mich, loslassen und alles Irdische in die Hände anderer zu geben, ist nicht leicht.
Sie war eine gute Frau und sie hat erkannt, was andere brauchen. Schön, dass deine Mutter noch einen Kanarienvogel bekommen hat. Ein Herzenswunsch....
Ich habe deine Geschichte sehr gern gelesen. Sie ist ausführlich und wirklich interessant.
Herzlichst Geli
Liebe Geli,
ja meine Oma war schon etwas besonderes.Als Kind ist mir das nie so wirklich klar geworden, erst später, als ich schon älter war und mitbekommen habe, mit welcher Achtung die Leute im Dorf immer noch von meiner Oma erzählten, habe ich begriffen wie hoch sie von den... mehr anzeigen
Liebe Geli,
ja meine Oma war schon etwas besonderes.Als Kind ist mir das nie so wirklich klar geworden, erst später, als ich schon älter war und mitbekommen habe, mit welcher Achtung die Leute im Dorf immer noch von meiner Oma erzählten, habe ich begriffen wie hoch sie von den Menschen geschätz, aber auch gefürchtet wurde.
Das sie solange kämpfen musste, dass habe ich auch erst sehr viel später begriffen. Als Kind ist der tot noch irgendetwas sehr Abstraktes, weil man selbst noch so weit davon entfernt ist. Man weiß das er zwar das ende des Lebens bedeutet, kann sich aber trotzdem nicht wirklich etwas darunter vorstellen.
Ich habe später gedacht, dass meine Oma sich solange und energisch gegen den tot gewehrt hat, lag vielleicht daran, dass sie vielleicht unbedingt noch etwas zu erledigen hatte, etwas, was dann aber ein weiteres ihrer Geheimnisse blieb, denn alle anderen alten Menschen, die ich bis heute kennenlernte, haben die angst vor dem tot schon lange verloren und viele wünschen ihn sich hierbei. Das klingt zwar traurig, aber ich finde es liegt viel trost darin, wenn man über das eigene Lebensende nachdenkt und weiß, irgendwann verliert er seinen schrecken.
Alles liebe
Ralf