Nicht überzeugt. Tut mir Leid, aber im Grunde kann ich Yolanas Kommentar so unterschreiben. Einige Aspekte sehe ich allerdings noch etwas extremer.
An der Rechtschreibung sollte dringend noch gefeilt werden. Groß- und Kleinschreibung, Kommasetzung und die unmissverständliche Verwendung von Pronomina sind besonders auffallende Problemfelder. Anderweitige Fehler wie fehlende oder zu viel gesetzte Buchstaben und Wörter, oder auch... mehr anzeigen
Nicht überzeugt. Tut mir Leid, aber im Grunde kann ich Yolanas Kommentar so unterschreiben. Einige Aspekte sehe ich allerdings noch etwas extremer.
An der Rechtschreibung sollte dringend noch gefeilt werden. Groß- und Kleinschreibung, Kommasetzung und die unmissverständliche Verwendung von Pronomina sind besonders auffallende Problemfelder. Anderweitige Fehler wie fehlende oder zu viel gesetzte Buchstaben und Wörter, oder auch verdrehte Satzkonstruktionen dürften nach einer ersten eigenen Korrektur nach dem Schreiben eigentlich nicht mehr vorhanden sein.
Stilistisch wechselst Du zwischen teils sehr ausufernden Beschreibungen und dem von Yolana bereits hinreichend angesprochenen hastigen Aneinanderreihen von Handlungsabläufen. Ersteres ist teils gut gelungen (z.B. die Beschreibung des Waldes, S.5), bremst manchmal aber auch die Handlung aus oder ist für eine Kurzgeschichte dieser Länge schlicht zu ausführlich (z.B. die Beschreibung von Rinans Aussehen, S.6). Letzteres führt dagegen dazu, dass mir wieder die Emotionen in Deinem Text fehlen. Weder die ungewollte Liebe zwischen Nekromant und Magierin, noch Rjels Verbitterung über den Tod seiner wahren Liebe können mich beim Lesen berühren.
Hinter Deinen Figuren stehen interessante Persönlichkeiten, die aber leider kaum zur Entfaltung kommen. Rjel hat durch den kurzen Einblick in seine Vergangenheit zumindest eine persönliche Note, bleibt darüber hinaus aber ebenfalls sehr unnahbar. Kein Wort zu dem Grund seiner Feindschaft mit Ilva oder auch nur seinen genaueren Beweggründen. Außerdem macht seine gewaltige Kraft, der sich offenbar niemand entgegenzusetzen vermag, die Spannung einigermaßen zunichte. Gerade aus dem Kampf auf der Lichtung hättest Du so viel mehr machen können, wenn Rjel irgendeine Schwäche hätte, der Kampf also hin und her wogen würde.
Rinan ist mehr Mittel zum Zweck, in seiner Verbundenheit zu seinem Volk aber noch der Glaubhafteste. Ilva dagegen bietet zwar reichlich Potential für einen wirklich spannenden Charakter, tritt aber kaum in Erscheinung. Zumal sie lange keine so mächtige Feindin für Rjel sein kann, wenn er sie am Ende einfach mit einem Fingerzeig verdampft.
Dazu kommen wieder Unstimmigkeiten in der Geschichte selbst. Da wäre z.B. Rinan, der die beiden bösen Magier nicht in das Heiligtum führen will und ihnen als Begründung ausgerechnet die Erklärung liefert, dass sie mit den dort lagernden Gegenständen viel zu viel Schaden anrichten könnten (S.10). Wenn er wirklich davon ausgeht, dass die beiden das personifizierte Böse sind, wird er ihnen doch nicht erzählen, dass das Heiligtum noch viel mehr zerstörerische Macht beinhaltet, als den beiden offenbar schon klar ist. Selbst wenn Rjel und Ilva so sehr darauf bedacht sind, den Bann zu lösen, dass sie zunächst auf dieses Angebot eingehen, würden sie doch danach erst Recht nach dem Besitz dieser Dinge trachten.
Zudem ist mir nicht klar, wie Rjel und Ilva ihren Liebesbann überhaupt lösen können. Zwar versuchst Du zu erklären, dass die ursprünglichen Gefühle immer noch da sind (also der Hass der beiden), schreibst aber auch, dass die Gegenwart des jeweils anderen überwältigende Liebesgefühle auslöst (S.9). Wie also können die beiden ihre Liebe beenden wollen, wenn sie direkt nebeneinander stehen. Liebe müsste doch dem Wunsch, den jeweils anderen loszuwerden, entschieden entgegenwirken.
Weitere inhaltliche Aspekte hat Yolana schon aufgeschrieben und ich spare mir an dieser Stelle eine Wiederholung, da ich bezüglich dieser Anmerkungen derselben Ansicht bin und somit keine neuen Gedanken beisteuern kann.
Zu guter Letzt nur noch ein Wort zum Cover: Es ist nun Zufall, dass es mir gerade hier auffällt, weil das Motiv aus einer recht bekannten Sammelkartenreihe stammt, aber grundsätzlich gilt auch bei weniger verbreiteten Bildern, dass Du nicht einfach etwas verwenden solltest, an dem Du vermutlich keine Rechte hast. Im Normalfall bekommt man zwar auf BookRix keine Probleme, weil es hier (noch) keine kommerziellen Funktionen gibt, aber trotzdem ist es eine Verletzung des Copyrights und man weiß nie, wie blöd es kommen kann. (Könnte natürlich sein, dass das Bild zur Nutzung freigegeben ist, aber in Anbetracht des Bildursprungs bezweifle ich das. Außerdem müsste es selbst dann vorne im Buch einen Verweis auf den Urheber geben.)
Insgesamt gesehen würde ich Dir raten, Dir selbst mehr Zeit und der Geschichte mehr Raum zu lassen. Bei einem Duell mit Zeit- und Seitenbegrenzung ist das natürlich ein Stück weit ein blöder Ratschlag, aber es geht letztlich hier ja auch darum, generell für sich selbst etwas mitzunehmen.
Konkret solltest Du mehr Raum auf die Ausarbeitung der Charaktere verwenden und darauf achten, auch Handlungen atmosphärisch und stimmig zu beschreiben. Bedenke genau, was aus der von Dir gewählten Erzählperspektive wichtig ist und was eher wegfallen könnte (s. dazu Yolanas Beispiel zum Troll oder zu Rinans Rolle während des Kampfes) und behalte immer die Emotionen im Blick. Über die Gefühle erfolgt eine Identifikation des Lesers mit den Figuren, die einen großen Anreiz zum Weiterlesen schafft. Dazu noch die Logik hinter Aussagen und Handlungen lieber einmal mehr als einmal zu wenig prüfen.
Wie Yolana schon bemerkte: Hier ist viel verschenktes Potential.
Gruß,
Mithan