Lässt mich völlig kalt. Tut mir Leid, aber diese Geschichte krankt an zu vielen Dingen.
Du hast eine ganze Menge Rechtschreibfehler im Text. Die meisten davon vermutlich durch Flüchtigkeit und Kürzung bedingt, da häufig die Satzstrukturen nicht ganz stimmen oder Wörter/Buchstaben zu wenig bzw. zu viel gesetzt sind. Darüber hinaus fehlen einige Kommata und auch Anführungszeichen bei wörtlicher Rede sind zu wenige da. Besonders... mehr anzeigen
Lässt mich völlig kalt. Tut mir Leid, aber diese Geschichte krankt an zu vielen Dingen.
Du hast eine ganze Menge Rechtschreibfehler im Text. Die meisten davon vermutlich durch Flüchtigkeit und Kürzung bedingt, da häufig die Satzstrukturen nicht ganz stimmen oder Wörter/Buchstaben zu wenig bzw. zu viel gesetzt sind. Darüber hinaus fehlen einige Kommata und auch Anführungszeichen bei wörtlicher Rede sind zu wenige da. Besonders ärgerlich, da Du gleich auf der ersten Seite mit derlei Fehlern nicht geizt. Das gibt dem ersten Eindruck unweigerlich einen negativen Einschlag.
Stilistisch überzeugt mich das Ganze ebenfalls nicht. Alles wirkt sehr kühl und distanziert heruntergeschrieben, ohne dass beim Lesen Atmosphäre aufkommen will. Erst passiert das, dann das und dann ist die große Finsternis da. Punkt. Nicht einmal die gegen Ende dargestellte Brutalität der richtenden M'rak erzeugt dabei irgendein Gefühl. Sie wirkt wie der Versuch, den Leser zu erreichen und mitzureißen, was aber deutlich misslingt. Ich bin nicht zimperlich, was Gewaltdarstellungen angeht, doch diese unvermittelte Entwicklung ist schlicht nicht adäquat in das Geschehen eingebettet und wirkt somit überzogen bis deplatziert. (Dazu später mehr bei den Aspekten zur Plausibilität.)
Erklärungen (wie S.5 die Erläuterung zur Beschaffenheit der M'rak) und Rückblicke (wie S.6 der Hintergrund zu Vater und Hochzeit) erscheinen sehr krampfhaft eingeschoben und passen nicht zu der recht dramatischen und handlungsorientierten Szenerie, die Du eigentlich beschreibst. Zudem wird die Handlung nur mühsam an einem roten Faden zusammengehalten. Hier ist die Kürzung deutlich spürbar, denn teilweise werden Dinge erzählt, die für die Hauptgeschichte nicht relevant und ohne nähere Erläuterungen fehl am Platz sind. Bestes Beispiel dafür ist der Tod des Vaters durch eine rätselhafte Krankheit, den dieser schon selbst voraussagt. Da vermutet man einen magischen Hintergrund oder eine wie auch immer geartete größere Bedeutung des Vaters, später wird dieser Umstand jedoch nie wieder erwähnt.
Durch solche seltsam aus dem Zusammenhang genommenen Informationen werden manche Textstellen auch einfach unverständlich. Warum z.B. Sarib einen Spiegel, einen Tisch und Stühle auf den Heuboden geschafft hat, um Erik „eins auszuwischen“ (S.11) bleibt mir völlig schleierhaft. Das Zitat ist zudem ein Beispiel für die doch recht flapsige, teils umgangssprachliche Ausdrucksweise, die Du verwendest und die ebenfalls negativ auffällt.
Bei der Betrachtung des Covers springt mir zunächst mal eine ausgeprägte Portion Erotik entgegen, die der Geschichte selbst völlig abgeht. Zwar passt das herausgerissene Herz der Cover-Dame dagegen sehr gut, aber das scheint in diesem Bild eher nebensächlich zu sein. Allerdings gilt „sex sells“ natürlich nach wie vor und Cover im Buchladen sind auch oft völliger Humbug im Hinblick auf die Geschichte, die darunter verborgen ist.
Soweit also zu den formalen Aspekten. Inhaltlich bin ich leider auch nicht gerade begeistert. Es fängt bei den Charakteren an. Sarib, das unschuldige Mädchen mit unterdrücktem Hang zur Selbstverwirklichung, ihr der Spielsucht verfallene aber dennoch treusorgende Vater und die generelle, starke Schwarz-Weiß-Abgrenzung bei den restlichen Figuren – all das bleibt recht oberflächlich und erweckt den Eindruck, mehr Mittel zum Zweck zu sein, um eben für die Handlung einigermaßen passende Figuren zu haben.
Diesen Charakteren fehlt das, was sie erst zu „echten“ Charakteren macht: Eigenschaften, die über gut und böse hinausgehen, die sie lebendig und einzigartig machen, die dem Leser den Eindruck vermitteln, dass sie real sind. Primär liegt dieser Mangel wohl darin begründet, dass Du die Figuren zwar mit den jeweiligen Adjektiven beschreibst, sie die Attribute aber kaum in Handlungen ausleben lässt (durch die schnelle Aneinanderreihung der Geschehnisse).
Des Weiteren weist auch die Geschichte an sich Unstimmigkeiten auf, die sie in ihrer Gesamtheit wenig plausibel machen. Sarib wird von einem M'rak getötet. Warum hat sie dann als sie aufwacht noch eigene Gedanken im Kopf, warum fragt sie sich noch, was passiert ist? Zu diesem Zeitpunkt ist sie doch schon ein Dämonenfresser, müsste also schon verstehen? Oder ist der Prozess der Verwandlung hier noch gar nicht vollständig abgeschlossen? Vermutlich, aber das erzählst Du mir nicht. (Bei dieser Variante ist zudem die – dann leere – Versprechung des M'rak am Anfang komisch, denn er tötet Sarib dann ja gar nicht wirklich, vereint sie nicht mit ihrem Vater. Warum sollte er sich dann die Mühe machen, ihr diesen Hoffnungsschimmer vor ihrem Tod zu geben?) So wirkt die Heiratsszene merkwürdig gezwungen, als wolltest du da noch einen Schlenker einbauen, um Platz für Ausführungen zu Saribs Metamorphose zu haben und nebenbei noch Eriks verwerflichen Charakter unterstreichen zu können.
Dann der Schutzgeist. Verstehen kann ich, dass der Priester als Dämonenbeschwörer Sarib mit ihrer Schutzfunktion aus dem Weg haben will, um seine Kontrolle des Dorfes zu festigen/zu sichern. Aber warum werden denn die M'rak von Sarib aufgehalten? Das sind doch genau wie Sarib im Grunde unschuldige Seelen und Feinde der Dämonen. Dann sollte ein Schutzgeist, der eben solche Dämonen fernhält, doch für die M'rak kein Problem darstellen.
Und damit verknüpft: Warum töten die M'rak diese unschuldige Seele und warum wollen sie ein Zeitalter der Finsternis bringen? Ich verstehe, dass sie die Welt von der Boshaftigkeit reinigen wollen, aber dann töte ich doch nicht noch die letzten Guten und läute auch nicht das Ende allen Lebens ein. Durch diesen Dreher wird die Unterscheidung zwischen Gut und Böse, die Du bei den Seelen so deutlich vornimmst, völlig bedeutungslos, weil die guten Seelen letztlich auch ziemlich böse daherkommen. Die Brutalität der „unschuldigen Seelen“ ist auf schlechte Weise überraschend, da nicht nachvollziehbar.
Das Thema des Duells hast Du getroffen, allerdings zugleich überdeutlich und zu lasch erwähnt. Wie bereits beschrieben halte ich die Erklärung zu den M'rak an der Stelle für unangebracht, an der sie im Text steht. Hinzu kommt noch, dass dieser Übertritt der M'rak während der Dämmerung im weiteren Verlauf der Geschichte nicht mehr richtig zur Geltung kommt. Sarib verwandelt sich zwar während der Dämmerung zum ersten Mal (und leidet Qualen bis zur nächsten – die Passage ist ziemlich konfus und sollte dringend im Hinblick auf Verständlichkeit überarbeitet werden), aber damit scheinst Du bloß einmal kräftig den Hammer auf die Themenvorgabe zu hauen, um danach wieder die Geschichte um die blutige Rache der M'rak aufzunehmen. An diesen zwei Punkten wird einmal eindeutig auf das Thema gezeigt, während im übrigen Text die „Augen der Dämmerung“ eher zweitrangig sind und im Grunde gar nicht mehr erwähnt werden.
Normalerweise würde ich als Gesamteindruck wohl festhalten, dass die Geschichte hastig heruntergeschrieben scheint. Da Du aber bereits erklärt hast, dass Du stark kürzen musstest, suche ich die Ursache für die Unzulänglichkeiten verstärkt in dieser Tatsache. „Dämonenhunger“ erweckt den Eindruck, dass Du viele wichtige Informationen gestrichen und dafür einige unwichtige in der Geschichte gelassen hast, was eine kuriose Diskrepanz zwischen leeren und unverständlichen Textpassagen, und unlogischen bis fehlenden Hintergründen schafft. Du scheinst es teilweise auch schlicht versäumt zu haben, Satzstrukturen an die veränderten Begebenheiten anzupassen und die übriggebliebenen Teilstücke des Inhalts erneut logisch miteinander zu verknüpfen
Wobei ich nicht weiß, wie Du die M'rak und ihre Beweggründe plausibel hättest schreiben können. Die scheinen mir schlicht nicht richtig durchdacht. Ich lasse mich mit einer ausführlicheren Fassung aber gern eines Besseren belehren.
Gruß,
Mithan
P.S.:
Tod = Substantiv
tot = Adjektiv
Das musste mal wieder gesagt werden.