Natur als Original-Gemälde, die Künstler nur Kopisten.
Doch scheinen diese Natur-Künstler hochspezialisiert zu sein: Der Himmelsmaler vollauf beschäftigt mit Himmelsmalerei - vielleicht würde er anders malen, wenn er zwischendurch ein Stillleben gepinselt hätte oder ein ausdrucksstarkes Porträt?
Würden seine Wolken-Kreationen noch bedeutungsvoller sein dann - anspielungsreicher, als sie es ohnehin sind? Wer spiegelt wessen... mehr anzeigen
Natur als Original-Gemälde, die Künstler nur Kopisten.
Doch scheinen diese Natur-Künstler hochspezialisiert zu sein: Der Himmelsmaler vollauf beschäftigt mit Himmelsmalerei - vielleicht würde er anders malen, wenn er zwischendurch ein Stillleben gepinselt hätte oder ein ausdrucksstarkes Porträt?
Würden seine Wolken-Kreationen noch bedeutungsvoller sein dann - anspielungsreicher, als sie es ohnehin sind? Wer spiegelt wessen Zustand wieder: Grauer Himmel das graue Gemüt - oder färbt das Gemüt ab und hellt die derzeit verwendete Farbpalette auf?
Wird gar der Himmelsmaler gesteuert in seiner Wahl: vom Befinden der Betrachter seiner Werke? Er sollte sich dem Objektiven verpflichtet wissen, doch macht ihm sein Hang zum Heiteren, Hoffnungsvollen, Harmonischen einen Strich durch die Mal-Rechnung, ist er zu sehr Subjekt?
Präferenzen haben - das zeichnet den Malstil eines großen Künstlers aus. Angetrieben sein von seinen Vorlieben, begeistert sein vom Eigentlichen - führt aber dazu, dass man Anderes vernachlässigt. Darf ein Himmelsmaler sich solche Subjektivität leisten? Ich glaube, darin liegt seine schwere Wahl, mit der er sich jeden Tag erneut konfrontiert sieht.
Angewendet aufs Menschliche: Soll sich in seinem Geist auf der Leinwand nur das Sonnige wiederfinden - Regen, wütender Sturm, Düsternis dagegen nicht?
Angewendet auf den Autor: Volle Sympathie für die Helden - und keinesfalls für die, die im Schatten stehen?
Schön, dass der Himmelsmaler hier seine Gedanken so offen einer Autorin anvertraut hat - was wohl auch daran liegt, dass sie ein ihm vertrauenerweckenden Usernamen gewählt hat: „Lilasunrise“.
Mir kommt das Lied von Peter Horton in den Sinn: „Mylady, wo lassen sie träumen? Bei welcher Traumagentur? Woher kommen so schöne Bilder?“
Der Sternenvorhang zerstört die Gemälde des Himmelsmalers - wie bei einem Sand-Mandala - nix ist von Dauer, doch sich dieses bewusst zu machen, erhöht den Wert des Momentanen - steigert seinen Wert ins Unermessliche.
Gefällt mir sehr gut diese Himmelsmalerei auf virtuellem BX-Papier.
LG
Phil Humor