Hallo Myst,
da du in den Gruppen explizit auch noch einer Rechtschreibkontrolle gefragt hast, habe ich mir dein Büchlein einmal angesehen. Ich gehe davon aus, dass du nicht verschnupft reagierst, wenn ich nicht nur Lob ausspreche. Und falls doch: Es ist nicht persönlich gemeint, es geht mir allein um die Geschichte.
An Fehlern ist mir relativ wenig aufgefallen, und wenn, waren es meist nur kleine Flüchtigkeitsfehler, die du bei... mehr anzeigen
Hallo Myst,
da du in den Gruppen explizit auch noch einer Rechtschreibkontrolle gefragt hast, habe ich mir dein Büchlein einmal angesehen. Ich gehe davon aus, dass du nicht verschnupft reagierst, wenn ich nicht nur Lob ausspreche. Und falls doch: Es ist nicht persönlich gemeint, es geht mir allein um die Geschichte.
An Fehlern ist mir relativ wenig aufgefallen, und wenn, waren es meist nur kleine Flüchtigkeitsfehler, die du bei einem genauen Lesen sicherlich auch selbst gefunden hättest. Ich liste dennoch auf, was ich gefunden habe. Mit eckigen Klammern markiert und in derselben Reihenfolge wie im Text. Ich bin mir relativ sicher, dass meine Anmerkungen ihre Richtigkeit haben. Solltest du anderer Meinung sein, dann tu mit ihnen, was immer dir beliebt. ;)
- und dich vergessen habe[n]
- an die gemeinsame Zeit[,] di[e] wir hatten
- zu dem wurdest[,] was du jetzt vorgibst
Gibt er vor, ein Mörder zu sein, oder ist er es? Beides zusammen erscheint mir unlogisch, aber so sagt das die Hauptperson. (Ich nehme einmal an, dass sie weiblich ist.)
zu sein - ein Mörder --- Hier finde ich den Gedankenstrich unpassend, einen Doppelpunkt fände ich schöner. Ansonsten müsstet du nach dem Gedankenstrich klein weiterschreiben.
- so[ ]lange quält[,] bis sie um den Tod
- und das[s] du keine Wahl hattest
- getan hast[,] um mich zu beschützen. (Komma muss bei "um" stets stehen)
- der Einzige[,] der sehen wird
Zwischenfrage: Wieso hier dieses Wissen, dass er all dies tun wird? Es ist eher eine Vermutung, was passieren könnte. Später schreibst du auch, dass er wohl wusste, dass sie einen Schritt zurück gehen würde (um zu springen). Daher kann es nicht so sicher gewesen sein, dass er auf sie einsticht, auch wenn er dies wollte (oder dazu gezwungen wurde).
- rammst, bis[] das Leben
Ich will dir das alles so gerne sagen --- Ihre Meinung, nehme ich an. Das wird mir durch den eingeschobenen Absatz über die Klinge etc. nicht ganz deutlich.
- dieser [v]erzweifelte Ausdruck[,] der sagt
- noch imm derselbe bist.
- dich immer [l]ieben
- du wusstest[,] das[s] ich das
Du nutzt zweimal Brüstung und kalte Wirklichkeit für denselben Zusammenhang. Das wirkt nicht wie eine künstlerische Wiederholung. Da würde ich mir etwas Abwechslung in der Wortwahl wünschen.
- die mir leise [z]uflüstert[,] das[s] ich
- Kaum[,] das[s] ein letztes
- der Schmerz[,] der mich durchzuckt[,] ist so mächtig, das[s]
den Hang zur Wirklichkeit --- Kann man das so sagen? Nicht eher "die Verbindung" oder "den Kontakt"?
letzter Blick ist mir noch gewährt. --- Ich kann nicht genau sagen, was mich stört, aber das "ist" klingt komisch. Vielleicht besser "wird mir gewährt"?
- Ein letzter Blick[,] den ich dir schenke
deine Haare wehen im Wind --- Dieser Teilsatz bringt mich aus dem Lesefluss raus, er verbindet sich nicht gut mit dem restlichen Satz. Ich würde das umformulieren.
- kein Mörder bist[ ]... (da "bist" als Wort beendet ist, folgt ein Leerzeichen)
Ich habe das Gefühl, dass relativ oft das gern genutzte Wörtchen "dass" auftritt. In Hinblick darauf könnte man schauen, ob man das nicht ein wenig umformulieren könnte.
Bis zum Ende hin ist mir nicht klar geworden, wieso er sie nun auch umbringen "musste". Er hat sie mit den früheren Morden beschützt, und nun wendet er sich gegen sie, die ihn immer noch liebt? Dafür muss es doch ein Motiv geben. Hat sie einen anderen? Wohl kaum, wenn sie noch so an ihm hängt und an niemand anderen denkt. Denkt er, sie hätte einen anderen? Warum sagt er dies dann nicht? Ist er völlig durchgedreht? Wieso kann er dann nicht dagegen ankämpfen.
Mir ist bewusst, dass in einer Kurzgeschichte nicht jedes Detail (wie zum Beispiel, was mit dem Nicht-Mörder nun geschieht) aufgeklärt wird, aber handlungstragende Elemente sollten schon begründet sein. Von der Geschichte bleibt nicht viel übrig, wenn er sie nicht töten will. Warum will er das, wieso hat sie das verdient? Wie könnte sich der Leser vor solch einer Situation schützen oder selbst in sie geraten? Zufall ist es sicherlich nicht.
Abgesehen von diesen Anmerkungen gefällt mir deine Geschichte. Sie lässt sich wunderbar flüssig lesen, deine Wortwahl ist nicht zu eintönig und angepasst, und der Spannungsaufbau ist (für diese Kürze) gelungen. Die selbstmörderische Handlung der Hauptperson ist nachvollziehbar und das Ende ist pointiert und letzt den Leser nicht völlig hoffnungslos zurück. Es würde mich nun interessieren, ob sie nicht noch andere Möglichkeiten gehabt hätte und wieso sie sich dort oben treffen, und ein wenig mehr Einblick in die Psyche des Nicht-Mörders wären auch interessant. Aber für den Umfang ist es (bis auf obigen Kritikpunkt) eine runde, abgeschlossene Sache.
Und nun verbleibe ich mit besten Grüßen und hoffend, dass du diesen Kommentar nicht löscht, da er nur helfen möchte.
Styx
Das heißt, es war spannend. Eigentlich ein gutes Zeichen. ^^
Und das heißt "schockiert". :x
bah! Du Haarspalter!
XP
So viel Zeit muss sein. :P Letztens kam mir schon jemand mit "Definierung", da hört es mit dem Neudeutschen dann wirklich auf. ^^'