nun hast du mich mit deiner Geschichte völlig in den Bann gezogen. Unglaublich, wie du sowohl die äußeren Umstände als auch die Gedanken und Gefühle des Protagonisten beschreibst.
Auch wenn es nur eine fiktive Geschichte ist, sie bewegt sich in der Realität, zeigt mehr als deutlich, was Kinder heute erleben. Ich denke, das gab es auch früher schon - nur hat sich die Qualität der Gewalt verändert. Man hört nicht mehr auf, wenn... mehr anzeigen
nun hast du mich mit deiner Geschichte völlig in den Bann gezogen. Unglaublich, wie du sowohl die äußeren Umstände als auch die Gedanken und Gefühle des Protagonisten beschreibst.
Auch wenn es nur eine fiktive Geschichte ist, sie bewegt sich in der Realität, zeigt mehr als deutlich, was Kinder heute erleben. Ich denke, das gab es auch früher schon - nur hat sich die Qualität der Gewalt verändert. Man hört nicht mehr auf, wenn einer "am Boden liegt".
Was ist es, dass einige immer zum Opfer werden lässt? Man hat den Eindruck, dass die "Täter" eigenen Frust abbauen müssen. Wer weiß schon, was die Auslöser sind. Deutlich wird auch, dass solche Taten selten allein begangen werden, gemeinsam stärken sich hier die Jungs gegenseitig bei dem Horror.
Kleinigkeiten, die eigentlich normal scheinen - wie die Unterredung mit dem Vertrauenslehrer - werden als zutiefst ungerecht empfunden, man projiziert die Gründe auf andere und weist die Schuld von sich. Das "Geradestehen" für Verfehlungen und erst recht das Wiedergutmachen - daran mangelt es. So entsteht ein Teufelskreis, indem die Gewaltbereitschaft sich permanent steigert.
Das Opfer - er wollte nichts sagen,dachte, es höre irgendwann auf. Genau das erlebe ich in meinem Beruf immer wieder. Die Kinder scheuen sich aus Angst und Scham, Hilfe zu holen und geraten so in diese Spirale eines Mobbingopfers.
Es gilt sicher, beide Seiten (Opfer und Täter) zu beachten. Kinder stärken, dass sie ein richtiges Verhalten lernen in solchen Situationen, unterscheiden lernen, wo das Petzen aufhört und es absolut nötig ist, Hilfe einzufordern. Es ist so schwer und eine Aufgabe der Gesellschaft. Weder Eltern noch Lehrer können dies allein schaffen.
Bewussteres Hinschauen - auch das will gelernt sein.
Katja,du schilderst diese Angst derart intensiv und dicht, dass man stellvertretend für den armen Jungen aufbegehren möchte, beinahe selbst Herzklopfen verspürt und instinktiv nach Worten sucht, um dem Einhalt zu gebieten.
Das offene Ende der Geschichte setzt noch einmal einen besonderen Punkt. Man mag es sich nicht ausmalen.
Der letzte Satz - dieser Junge hat aufgegeben, sieht keine Chance mehr. So hält er sich an dem fest, was ihm so ungeheuer viel bedeutet - an diesem Lächeln.
Es ist bedrückend, traurig und bietet viel Stoff zum Nachdenken!
lg
Enya