Mein lieber Hugin!
Das vermaledeite Weib auf dem Felsen (ich wohne 4 Kilometer von ihr entfernt) hat mich um 5 Uhr aus den Federn geholt. Nein, es war die Sirene. Unterhalb der Loreley bei St. Goarshausen ist ein Tankschiff mit Chemikalien gekentert und in den Hochwasserfluten von Vater Rhein gesunken. Es gab vermutlich zwei Tote.
Deine Geschichte ist köstlich, Heinrich Heine würde schmunzeln, vielleicht auch zynisch meckern.... mehr anzeigen
Mein lieber Hugin!
Das vermaledeite Weib auf dem Felsen (ich wohne 4 Kilometer von ihr entfernt) hat mich um 5 Uhr aus den Federn geholt. Nein, es war die Sirene. Unterhalb der Loreley bei St. Goarshausen ist ein Tankschiff mit Chemikalien gekentert und in den Hochwasserfluten von Vater Rhein gesunken. Es gab vermutlich zwei Tote.
Deine Geschichte ist köstlich, Heinrich Heine würde schmunzeln, vielleicht auch zynisch meckern. Mein Erstlingsbuch aus dem Jahre 1976 heißt "Loreley-Geflüster". Hier ein Auszug:
Seit Heinrich Heine den Felsen entdeckt,
ward die Loreley von Kulturen beleckt.
Seitdem klingt das Lied von dem blonden Kind,
dessen langblondes Haar weht im Rheintalwind.
Der Sirenengesang der lieblichen Maid,
treibt den schmachtenden Schiffer in unsäglich Leid.
Reißt den schwankenden Kahn auf strudelnden Grund,
für die Nixen im Strom war´s ein reicher Fund.
Seitdem ist der Felsen sagenumwoben.
Die Schulkinder singen und sagen und loben
die Mär von der Loreley weiter ins Land,
und jedem von Euch ist sicher bekannt:
die Frage ... was soll es bedeuten,
das Märchen aus uralten Zeiten,
dem funkelnden Wipfel im Sonnenschein,
dem ruhig fließenden deutschen Rhein.
Die Frag´ ist uns heute aufs Neue gegeben,
wo keine Nixen, kaum Fische noch leben,
in brodelnder schmutziger Rheinwasserbrühe.
Romantik, du gibst dir die größte Mühe.
Lockt´ einst das Mädchen das Schiff ins Verderben.
Heut rächt sich der Strom. Muß Loreley sterben?
Freundliche Grüße aus dem Welterbetal
Karl-Heinz Link