Ich schreibe ja auch über mein Leben. Mein Bemühen ist es, diese Zeit so realistisch darzustellen, daß man mehr erfährt, als Stasi-Mauerbau-Diktatur-Unrecht. Mir fällt es viel schwerer, diesen Alltag nachzuempfinden. Lese ich im Tagebuch oder anderen Dokumenten, wundere ich über das, was da steht und das, an was ich mich noch erinnern kann. Wir haben die Wohlstandsgesellschaft in einem Ruck als etwas Selbstverständliches,... mehr anzeigen
Ich schreibe ja auch über mein Leben. Mein Bemühen ist es, diese Zeit so realistisch darzustellen, daß man mehr erfährt, als Stasi-Mauerbau-Diktatur-Unrecht. Mir fällt es viel schwerer, diesen Alltag nachzuempfinden. Lese ich im Tagebuch oder anderen Dokumenten, wundere ich über das, was da steht und das, an was ich mich noch erinnern kann. Wir haben die Wohlstandsgesellschaft in einem Ruck als etwas Selbstverständliches, Allgegenwärtiges in uns aufgenommen, daß ich immer wieder darüber erschrecke. Und ich frage mich manches Mal, hat es denn bei uns Das und Jenes überhaupt gegeben? Wieso konnten wir dabei zufrieden sein und gesund?
Ich hatte das Auto und deshalb oblag mir der wöchseltliche Einkauf. Ich kenne das Geschilderte genau. Meine Frau lobte mich, wenn ich etwas 'erwischt' hatte, was etwas Abwechslung in die Kocherei brachte. Mit ihrer Dankbarkeit stimulierte sie mich für den nächsten, ungeliebten Einkaufstag.
Zu unseren Medien bin ich der Meinung, daß sie im höchst möglichen Maß schönfärberisch, einseitig-entstellend, vollständig unpsychologisch und dumm waren. Verlogen waren sie kaum. Was da stand stimmte. Wenn auch aufgebläht und bis zur Unkenntlichkeit entstellt mitunter. Heute sind die Medien natürlich umfassender, deutlicher, interessanter, psychologisch durchdachter, verletzender aber auch mit Halbwahrheiten bespickt und unberechenbar, was die Wahrheit, Wahrhaftigkeit betrifft. Weil sie so nutzerfreundlich, verführbar sind, verleiten sie zum Verblöden. Das ist auch nicht das Gewünschte.
adolfkurt läßt grüßen.
sie ist auch für mich zu einer anderen, fernen Welt geworden. Relativ selten denke ich zurück. Alles verschwimmt inzwischen. Jeder hat diese Zeit anders erlebt, ich kann es nur aus meiner Erfahrung beurteilen.
Nein, ich sehne mich nicht zurück, es war nur eine Etappe in meinem... mehr anzeigen
sie ist auch für mich zu einer anderen, fernen Welt geworden. Relativ selten denke ich zurück. Alles verschwimmt inzwischen. Jeder hat diese Zeit anders erlebt, ich kann es nur aus meiner Erfahrung beurteilen.
Nein, ich sehne mich nicht zurück, es war nur eine Etappe in meinem Leben. Man war nicht fortwährend todunglücklich, man lebte eben so gut es ging.
Das, was ich am Schlimmsten empfand, war die Tatsache, dass mündige Bürger nicht darüber entscheiden konnten, wo und wie sie leben wollten. Nicht alle wollten auswandern, viele wollten nur mal in die Welt reisen und dann wieder heimkehren. Jetzt ist das Ganze schon 20 Jahre her. Unglaublich!