Dein Vater hat von klein auf viel durchmachen müssen. Erst starb sein eigener Vater, als er erst neun war, dann mußte er seine Mutter ein stückweit "mittragen", doch liebte er sie wohl sehr, daß sie ihm ihr ruhiges, charakterstarkes Gemüt mitgeben konnte. Interessant finde ich ja, wie er seine Frau kennenlernte, und die beiden eine Ehe führten, die noch auf echter Liebe gegründet war - und das in den Vierziger Jahren, die ja... mehr anzeigen
Dein Vater hat von klein auf viel durchmachen müssen. Erst starb sein eigener Vater, als er erst neun war, dann mußte er seine Mutter ein stückweit "mittragen", doch liebte er sie wohl sehr, daß sie ihm ihr ruhiges, charakterstarkes Gemüt mitgeben konnte. Interessant finde ich ja, wie er seine Frau kennenlernte, und die beiden eine Ehe führten, die noch auf echter Liebe gegründet war - und das in den Vierziger Jahren, die ja von Krieg und Not geprägt waren. Er trug als Soldat eine Verwundung davon und mußte dann noch in der Gefangenschaft bangen und hoffen. Offenbar hat ihm sein überzeugter Glaube geholfen, da wieder innenheil rauszukommen. Welche Gefahren er auf sich genommen hat, um Dich - seine Tochter - aus den zerbombten Städten an einen sicheren Ort - über einen Fluß ans rettende Ufer - zu bringen, obwohl er Dich da erst einmal gesehen hatte. Das muß Dir sicher bis heute in Erinnerung bleiben, zumindest aus Erzählungen. Zusätzlich zu seiner Arbeit als Geschäftsführer hat er noch einen großen Garten angelegt und dort ja fast ein Wunder vollbracht, indem er die Ernte mit für die Ernährung seiner Familie einholte. Was da für Zeit drin steckt, kann wohl nur der erahnen, der so einen großen Garten zu pflegen hat! Hast Du seine Fotosammlungen noch vorliegen? Wenn das sein Hobby war, muß er sicher viele kunstvolle Bilder gefertigt haben, die Du - so sie aus der Natur, Reisen etc. sind - ohne weiteres hier in ein Buch geben könntest - denn die alten Aufnahmen würden mich echt interessieren. - Seine klaren - für manchen vielleicht "harten" Prinzipien halte ich für den Wesenszug, der ihm dabei half, trotz der Leiden, die ihn mit zunehmendem Alter befielen, nicht an unserm Herrn zu zweifeln. Sicher, für Dich als Tochter mochte es mit 21 noch nicht so verständlich sein, aber mit 40 hast Du hinter diese vermeintliche Härte geschaut und wohl erkannt, daß manchmal eine solche Standfestigkeit vonnöten ist, um eben nicht mit dem Zeitgeiststrom zu schwimmen. Für Deinen Vater gab es "nur" ein Ja oder Nein - und das halte ich für wichtig im Leben, um nicht der Lauheit anheimzufallen, die unsere heutige Zeit - und auch den Glauben vieler - immer mehr prägt. - Er starb mit einer Heilsgewißheit, denn er wußte, daß er nachhause gehen würde. Diese Heilsgewißheit haben heute nicht mehr viele, aber mit ihr können wir weit mehr an Leidvollem tragen, als wir erahnen. - Ein ganz starkes Buch von Dir, das ich mit großem Interesse las:-)
Danke für deinen lieben Kommentar,liebe Manuela!