"In Würde altern zu können/dürfen..."
Und wie vielen bleibt diese Gnade verwehrt.
Ich kann dir nur zustimmen. Alles, was ich gesehen habe diesbezüglich unterstützt die These, dass Alt werden wirklich fürchterlich ist.
Als Kind war ich oft im Altenheim, das meine Mutter etliche Jahre geleitet hat, begleitete sie auch bei Patientenbesuchen im Rahmen ihrer Arbeit als Gemeindeschwester.
Ich konnte es als Kind nicht versprachlichen,... mehr anzeigen
"In Würde altern zu können/dürfen..."
Und wie vielen bleibt diese Gnade verwehrt.
Ich kann dir nur zustimmen. Alles, was ich gesehen habe diesbezüglich unterstützt die These, dass Alt werden wirklich fürchterlich ist.
Als Kind war ich oft im Altenheim, das meine Mutter etliche Jahre geleitet hat, begleitete sie auch bei Patientenbesuchen im Rahmen ihrer Arbeit als Gemeindeschwester.
Ich konnte es als Kind nicht versprachlichen, aber ich spürte wohl, wie schwer es für manchen alten Menschen sein musste, so auf andere angewiesen zu sein.
Mein Schwiegervater wurde 95 und er hatte das Glück, seinen eigenen Verfall nur ein halbes Jahr miterleben zu müssen. Das war ungeheuer schwer für ihn, einen Menschen, der bis zuletzzt aktiv am Leben teilnehmen konnte. Seine Frau war zwei Jahre bettlägrig und ich weiß nicht, woher er die Kraft genommen hat, sie zu pflegen.
Mir ist durch all diese Erfahrungen klar geworden, dass ein großer Unterschied besteht zwischen jenem Älterwerden, das allmählich seine kleinen Zeichen setzt und dem Altsein.
Wie schwer mag es doch sein, hier noch Würde zu empfinden.
Es ist bewundernswert, wie dein Großvater sein Schicksal angenommen hat - vielleicht hat ihm diese Gelassenheit diese besondere Würde verliehen.
Wir erleben unser eigenes Älterwerden zunächst in Häppchen und du hast recht. allzu gern verschließen wir die Augen vor jenem Elend, das uns treffen kann, hoffen, dass es uns verschont. Die letzten Sätze deiner Geschichte rücken dies wieder ins richtige Licht.
Durch die moderne Medizin werden Lebenschancen verlängert, ein natürlicher Prozess verlangsamt, irgendwie wünscht sich jeder, dass er lange lebt. Doch ich habe mehrfach erlebt, dass der punkt kommt, an dem Menschen nicht mehr wollen.
Was mag dann die größere Gnade sein?
Ein Dankeschön an dich für dieses Buch, das vielleicht eigenes Denken zurechtrückt.
Dennoch: Solange es möglich ist sollten wir dem Leben alles abnehmen, was es uns bietet - ohne es schön zu färben.
LG
Enya
Jeder erfährt das Altern eben anders. Es ist so individuell wie das Leben. Darum ist es auch so schwer Patentrezepte auf zu stellen, wie man am besten mit diesem Lebensabschnitt umgeht..