Ach Conrad, jetzt überlege ich mir schon über eine Stunde, was ich schreiben kann, fragte mich auch ob ich gar nichts schreiben sollte um wirklich 'einen stillen Gruß' zu senden, wie die mitfühlende Seele unter mir mit einem Satz zu verdeutlichen versuchte, um nicht in deinem Schmerz zu rühren, Wunden aufzureißen, wie andere es mir zu tun scheinen, wenn auch ihre Absicht eine gegenteilige sein soll, diese weiblichen,... mehr anzeigen
Ach Conrad, jetzt überlege ich mir schon über eine Stunde, was ich schreiben kann, fragte mich auch ob ich gar nichts schreiben sollte um wirklich 'einen stillen Gruß' zu senden, wie die mitfühlende Seele unter mir mit einem Satz zu verdeutlichen versuchte, um nicht in deinem Schmerz zu rühren, Wunden aufzureißen, wie andere es mir zu tun scheinen, wenn auch ihre Absicht eine gegenteilige sein soll, diese weiblichen, mitfühlenden, mütterlichen liebevoll liebenden Wesen mit ihren fettgedruckten oder immerwiederholenden 'Katjas' und ihren Vermutungen die mir aber nicht mal Ahnungen zu sein scheinen. Und das tagelang, nicht nur hier in der Zwischenstation, in einem bayrischen Server, in dem jetzt meine Buchstaben auf das Weiß neben deinem Buche einen rationellen Sinn hinzufügen damit dieser auf einem Bildschirm dir vor Augen erscheint. Ich kannte Katja zu wenig um sagen zu können, was es wäre, das, was sie sich gewünscht hätte. Ich kann nur vermuten und vielleicht ist es ja auch viel mehr als eine Ahnung. Ich denke sie hätte sich gewünscht, dass du der bleibst den sie liebt und du dich nicht mit Schmerz quälst, der Konrad in den sie sich auch einst verliebte. ... Ich geh schlafen Conrad. Ist schon halb zehn und ich möchte vor dem Dunkelwerden wieder aufwachen. Bei den Reisenden, in deinem Buch musste ich vorhin an ein Gedicht von mir denken, das ich aus einen ähnlichen traurigen Anlass schrieb (wie so viele davon). Conrad, wir lesen von uns. :)
Wo wollen wir hin?
"Wo wollen wir hin? ...
Zurück?"
"Hat keinen Sinn. ...
Kein Glück."
"Wieder nach oben? ...
Diesmal auf die höchste Reise?"
Da sind sie auch schon abgehoben.
Es wird leise.
Der Vorhang auf der Bühne schließt sich schnell
und lässt ein paar Fragen im fast leeren Raume schweben.
Im Theater wird es hell.
Vor den offenen Flügeln der Tür sieht man Gestalten sich erheben.
Das Neonlicht geht an und beleuchtet die Realität grell.
Nur die Hoffnung bleibt träumend auf ihrem Sitzplatz kleben.