Ich spreche ein literarisches Problem in der Diskussion an, die Glaubwürdigkeit eines Textes. Will man die Dimension der Marktgängigkeit eines literarischen Produktes erreichen, so muss man seine Phantasie in den gängigen Klischees ausschweifen lassen. So erzielt man Auflage mit den „Nieten in Nadelstreifen“ und der „Normalität“ (von der hier in der Diskussion die Rede ist) von Bordellamüsements bei Geschäftsreisen nach... mehr anzeigen
Ich spreche ein literarisches Problem in der Diskussion an, die Glaubwürdigkeit eines Textes. Will man die Dimension der Marktgängigkeit eines literarischen Produktes erreichen, so muss man seine Phantasie in den gängigen Klischees ausschweifen lassen. So erzielt man Auflage mit den „Nieten in Nadelstreifen“ und der „Normalität“ (von der hier in der Diskussion die Rede ist) von Bordellamüsements bei Geschäftsreisen nach Hamburg.
Bei Kennern der Szene wird man dadurch zum Hampelmann. Reif für Comedys bei RTL II.
Klar, die Wirtschaft eines 80 Millionen-Volkes ist eine der stärksten der Welt, weil sie typischerweise von Nieten in Nadelstreifen geführt wird. Manager halten sich im Normalfall in Bordellen auf, was bei normalen Männern als Ausnahme gilt.
Wer glaubwürdig Texte, insbesondere eine Satire, die einen Missstand bloßstellt, schreiben will, widmet bei der „Dimensionierung“ psychologischer Problematiken seine Phantasie einer Geschichte mit einem wahren Kern. Es ist klug, bei diesem Schreiben auf eigene Realerlebnisse oder Recherchen in sauberen Quellen zu bauen.
Nachtfalters psychologische Analyse ist in sich stimmig. Ab einem gewissen Punkt könnte sie auch anders weitergeführt werden. Die Fähigkeit zur Empathie, über die der Prot. im Übermaß verfügt, verhindert bei ihm Aggressivität, er versucht abzuwiegeln, aber es nimmt ihn keiner... mehr anzeigen
Nachtfalters psychologische Analyse ist in sich stimmig. Ab einem gewissen Punkt könnte sie auch anders weitergeführt werden. Die Fähigkeit zur Empathie, über die der Prot. im Übermaß verfügt, verhindert bei ihm Aggressivität, er versucht abzuwiegeln, aber es nimmt ihn keiner ernst. Zudem ist er sich seiner eigenen Unzulänglichkeit bewusst, im Gegensatz zu den aufgeplusterten Hysterikern leidet er an der Diskrepanz zwischen Wollen und Können. Seine Wunschphantasien schlagen ins Gegenteil um, in Selbstzweifel. Dies verhindert aber auch, dass er zum Fanatiker werden kann. Während z.B. Diktatoren, allesamt Hysteriker, jeden vernichten, der ihnen den Spiegel vorhält. Wenn sie aber einmal nicht umhin können, diese Diskrepanz zwischen Schein und Sein zu erkennen, mündet das in einer Katastrophe, in einen völligen Zusammenbruch.
Ich sehe aber ein, es könnte sich auch so wie von Nachtfalter geschildert entwickeln.