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Nachtschnee

Kalter Schnee leuchtet,
freudig in des Himmels Nacht.
Wärme her gebracht.

 

Trägt tiefe Trauer,
Ärmlich durch die wage Nacht.
Freude weg gebracht.

 

Leere verbleibe,
Schnee bringt das Weiß in die Nacht,
in mir auch gebracht.

 

Kühles Weiß Hallo.
Bringst in mir die leere Nacht.
Stille funkelt sacht.

 

Leben mach‘ es gut.
Schnee ich bin dir gar nicht bös,
Segen mir erbracht.

Das gezeichnete Ich

Ein Wunder ist geschehen,
Ich habe es selbst gesehen,
In einer schwarzen Welt.

 

Doch war es kein Wunder wie ihr es kennt,
Ein Wunder das man nicht beim Namen nennt,
Ein Wunder zu dem man sich nicht gesellt.

 

Die Ordnung im Chaos ist vorüber,
Brocken von nichts ziehen hinüber,
Und bilden eine tote Wand.

 

In eine Lade wollen sie sich drängen,
Ein Vakuum aus weiß verdrängen,
Und doch eine helfende Hand.

 

Doch nehmen darf man sie nicht,
man wartet sogar, bis sie zerbricht,
und in der Mitte sehe ich das gezeichnete Ich….

 

Spiegelqualen ODER Die Siegel im Spiegel

Sehe ich in den Spiegel,
erkenn ich die Qualen.
Erkenn sieben Siegel,
die Einsamkeit strahlen.

 

Siegel eins an den Ohren,
klagt stille hinaus.
Siegel zwei an den Augen,
Schwarz blickt es heraus.

 

Siegel drei auf den Lippen,
welcher Töne stark dimmt.
Siegel vier verdrängt riechen,
welcher Gerüche mir nimmt.

 

Die fünf vernarbt mir die Haut,
auf das fühlen ich verzichte.
Siegel Sechs liegt auf meiner Seele,
das mich von innen vernichte.

 

Doch das Schlimmste ist die Nummer Sieben.
Denn sehe ich in den Spiegel hinein,
lächelt mein Ebenbild zufrieden,
Wer mag das Spiegelbild denn wirklich sein?

Seelen

Ich habe so viele Seelen.
Sie sind alle mein,
die mich quälen.

 

Alle sind voller Hass.
Soll das alles sein?
Alles Gute wird blass.

 

Der Tod ist das Ende.
Was soll ich sagen?
Oder gibt es doch eine Wende?

 

Viele wollen mich verstehen.
Sollen sie doch fragen!
Ich werde gar nichts erzählen.

 

Meine Mauer ist aus Stahl,
sie hält alles auf,
Pfahl um Pfahl.

 

Nur die Sorgen dürfen rein,
ich pack alles drauf.
Soll ich das etwa sein?

 

In mir ist alles Dunkel.
Alles scheint draußen zu sein.
In mir nicht ein Funkel.

 

Ich habe so viele Seelen.
Es sind alle mein,
die sich quälen.

Der Spiegel

In den Spiegel sehe ich hinein,
sehe eine Welt voller Rauch und Schein.

 

Sehe ein fremdes Gesicht:
kenn ich nicht,
will ich nicht,
mag ich nicht,
sehe ich nicht.

 

Im Spiegel sehe ich eine andere Welt,
ob sie mir gefällt, weiß ich nicht.

 

Nun gut, was soll ich tun?
Soll ich ruh‘n?
Opfere Zeit?
Ob sie mich befreit?
Ich werde gar nichts tun!

 

Der Spiegel, er färbt sich rot,
auf einmal erkenne ich Gewalt, Hass und Tod.

 

Zeig mir bitte nicht das!
Was soll ich machen, was?
Soll ich sehen?
Soll ich gehen?
Mich nicht nach meiner Welt rückdrehen?
Nicht nach Menschen sehnen,
die mir Zeigten ihren Hass.

 

Spiegel ich bin bereit, du hast mich befreit.
Zeig mir eine Welt, die mir auch gefällt.

 

Doch Spiegel, was ist denn los?
Das sind Splitter, sie wirken sehr groß!
Bitte zerbreche nicht!
Ich sterbe! Und dies nur für dich…

Fassade

Eine Fassade wurde errichtet,
um zu beschützen was verborgen war.
Was zu nah kam wurde gerichtet,
schon alle haben bei ihr versagt.

 

Von außen sieht man, wie soll es sein?
Das was gar nicht ist.
Hoch gebaut wurde der schein,
bis er selber daran zerbricht.

 

Viele traten an die Fassade heran,
die meisten wollten es wagen.
Doch alle zogen von Dannen.
Warum sie da ist, vermagte noch keiner zu fragen.

 

Andre versuchten die Fassade zu erklimmen.
Jemand schaffte es und sah hinein.
Doch allen wollte sie es nicht gönnen,
nur bei einer zerbrach der Schein.

 

Keiner weiß, wann die Fassade vergeht.
Dies weiß nur die Zeit.
Doch dann ist es vielleicht schon zu spät.
„Ihr seid noch nicht bereit.“

Die Elemente in dir

Der Wind in deinem Herzen,
zieht wild an mir vorbei.
Will ich es endlich sagen:
"Wir gehen nicht entzwei."

 

Das Wasser an deinem Körper,
so rein und klar wie du.
Vertraue auf die Wörter:
"Das was ich will bist du!"

 

Die Erde unter deinen Füßen,
ist wie Kraft die du mir gibst.
Ich werd dich nie vergessen.
Bist mein ganz großes Glück.

 

Das Feuer in deinem Herzen,
brennt voller Leidenschaft in dir.
Strahlt warm wie 1000 Kerzen,
geh niemals fort von mir.

 

Das Mondlicht fällt auf dich nieder,
Dein Lachen ist wie Sonnenlicht.
Ich weiß wir sehen uns bald mal wieder,
dann kann ich dir sagen: "Ich liebe dich."

Spazieren gehen

Mit dir spazieren will ich gehen,
fremde Welten um mich sehen.

 

Dinge, die ich ohne dich nicht sah,
sind jetzt unvorstellbar nah.

 

Du bist meine bessere Seite,
die mich von allem Zwist befreite.

 

Durch Bäche schwimmen ohne Grenzen.
Einfach mal den Alltag schwänzen.

 

Der blaue Himmel zieht über uns hinüber,
in diesem Blumenmeer lassen wir uns nieder.

 

Wenn ich nun deine Hand berühr,
Weißt du auch was ich jetzt spür?

 

Bin voll von Liebe und Geborgenheit.
Das Gefühl mich von allen schlechten befreit.

 

Ich schau in deine Augen und du in meine,
in deinen strahlt das unendlich Reine.

 

Was sollte man auch anderes sehen?
Komm lass die Reise weiter gehen.

 

Denn es wird Nacht und wir könnten frieren,
doch morgen gehen wir wieder spazieren.

Die Reise des Schmetterlings

Auf den Schrottplatz vom Leben fliegt ein kleiner Schmetterling.
Vorsichtig frag ich mich: „Wo will der denn hin?“

 

Ich folge ihm sachte Schritt für Schritt.
Bemerkt er mich, bekommt er mich mit?

 

Auf einem Stückchen Blech lässt er sich nieder.
In Richtung Rost streckt er seine Fühler.

 

Er breitet seine Flügel stark und erhaben.
Ein Meer erscheint mit den seltensten Farben.

 

Die Formen wie Herzen so gewollt und rund.
Dies Herrliche Wesen was trägt es hier Kund?

 

Ein Klang von Stille, ein Hauch von Frieden,
Des Falters Anmut kann nichts so schnell trüben.

 

Die Gedanke des Falters, ich fühle sie pur,
Diese Priese des Lichts der reinsten Natur.

 

Oh danke dir Falter für des Glückes dein,
ich spüre deine Seele, sie wollte nur Heim.

 

Deine Grazie verblasst, die Schönheit sie schwindet,
deine Essenz sich mit dem Stückchen Bleche sich bindet.

 

Ich erkenne das Ganze: das Metall war dein Leben,
Die Reise des Falters: als Belohnung gegeben.

Zerrissen

Ein Gedanke an dich, er reicht schon.
Ein kurzes blitzen von deiner Person,
in meine Kopf.

 

Ein schwarzes Bild ziert mein Handy.
Meine Nummer, ich weiß du hast sie,
mein Atem stockt.

 

Mein Verlangen nach dir, wie Obsession.
Stumm bleibt weiter mein Telefon,
ich melde mich nicht!

 

Tuh ich das richtige? Ich kann es nicht wissen.
Mein Bauch rät mir, dich nicht zu drängen,
mein Kopf sagt, ich verliere dich.

 

Meine Gedanken malen dich in meine Welt,
Obgleich ich das will, obwohl mir’s gefällt,
tust du es mir gleich?

 

Oder hast du schon wen anders, denkst gar nicht mehr an mich.
Lässt du mein Herz bluten, was frage ich dich?
Mein Wesen zerreißt.

Impressum

Texte: Rolf Weller
Bildmaterialien: pixabay.com
Cover: Rolf Weller
Lektorat: Unlektoriert
Tag der Veröffentlichung: 19.02.2018

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