Seine kurz geschorenen Nackenhaare schabten über den Hemdkragen, als er den Kopf nach hinten bog. Er blickte auf die leuchtende Zahl über ihm.
8.
Sah wieder nach vorne, auf den hell umrandeten Knopf.
E.
Er hatte E gedrückt. Erdgeschoss.
Seine Haare arbeiteten sich erneut über den Kragen, als er nach oben blickte.
8.
Hatte er nicht gedrückt. Ganz bestimmt nicht. Verdrückt hatte er sich auch nicht, E und 8 lagen viel zu weit auseinander.
Er spürte einen Stoß in seine Hüfte.
Achter Stock, komisch. Und die Türen öffneten sich auch nicht.
Ein erneuter Stoß und er sah zur Seite. In das Gesicht seiner Tochter - fünfzehn.
„Papa, wir sind stecken geblieben.“
Er sah wieder hoch zur 8.
„Glaubst du?“
Sie drehte ihre Augäpfel nach oben.
„Jaa, glaube ich.“
Er sah sie einen Atemzug lang an, dann bevölkerte ein Lächeln sein Gesicht.
„Dann haben wir ja Zeit!“
„Was?“
Ihr Unterkiefer klappte nach unten und verharrte dort.
„Na, wir beide. Wir können uns unterhalten.“
„Unterhalten? Hast du Kopfweh, Papa?“
Er legte seine Stirn kurz in Falten und glättete sie wieder.
„Du hast mir doch neulich von Deinem neuen Freund erzählt.“
„Hab ich nicht!“
„Stimmt, aber du hast es Mama erzählt, und Mama hat mir...“
„Papa, wir stecken in einem Aufzug fest!“
Wieder die Falten auf seiner Stirn.
„Wie heißt er gleich...? Günter! Oder?“
Ihre Augen verengten sich zu Schlitzen.
„Paul!“
Sie drehte sich weg von ihm, sah zu den Fahrstuhlknöpfen. Presste ihren Daumen drei Mal auf Erdgeschoss.
„Aber dein voriger hieß Günter, oder?“
Sie schüttelte den Kopf.
„Nein Papa. Günter hieß noch nie einer!“
„Hm, wohl auch nicht so ähnlich, oder?“
Sie schwieg.
„Ja, und der Paul, wie ist der so, ich meine...?“
Sie schlug sich mit der flachen Hand an die Stirn.
„Ich fass es nicht! Wir...“
In diesem Moment vibrierte der Boden. Der Fahrstuhl setzte sich wieder in Bewegung.
„Schade“, murmelte er.
Tag der Veröffentlichung: 14.06.2008
Alle Rechte vorbehalten