Cover




Xenia Berger


KRIMINALISTEN CLUB


Copyright by Xenia Berger


Das schrille Klingeln des Telefons reißt Sie aus Ihrem Schlaf.
Noch benebelt von dem Traum tastet Barbara nach dem Hörer, langsam dringt die Worte des Anrufers in Ihren Verstand, „ja sofort“ ist alles was Sie antwortet.
Da Sie nichts dem Zufall überlässt, benötigt Sie nur wenige Minuten bis Sie in Ihrem Auto (ein alter Ford Mustang) sitzt.

Es ist noch nicht ganz 6.00 Uhr früh, leichter Nebel wabert über den See.
„Dort drüben an der Anlegestelle“ weißt Ihr Tom den Weg. Sie schaut sich alles bis auf das kleinste an. Die Geräusche die der junge Polizist weiter hinten von sich gibt, kann Sie vollständig ausblenden. Jedes Detail vor Ihr, verbindet Sie im Kopf zu einem Bild wie bei einem Puzzle.
Barbara Bender ist 42jahre und momentan Deutschlands beste Profilerstellerin.
Der Spruch „Mein Abschiedsgeschenk“ auf die Bootswand vom Täter geschrieben, lässt Sie kurz stutzen. Sie weiß genau, dass dies die letzte Chance ist Ihn zu fassen.

Wie bei allen anderen Opfern, hat der Tote im Boot Hörner auf dem Kopf, sein rechter Fuß ist amputiert und durch einen Ziegenhuf ersetzt.
Sie muss nicht auf den Bericht des Pathologen warten, aus den letzten fünf Autopsie-berichten weiß Sie, dass die Löcher für die Hörner im Kopf und die Amputation noch lebend ausgeführt wurden.
Die Opfer sind langsam verblutet.

Zur Tartortbesprechung in der Zentrale sind alle anwesend.
Alle bedeutet Tom Ziegler (Hauptkommissar), Julia Richter (Kommissarin), sowie die Polizisten Jörg Klein und Hans Schmid. Mit Barbara zusammen bilden Sie die Sonderkommission Horn. Momentan gilt als einzigeVerbindungstelle der Opfer, ihre öffentliche Stellung.
Ein Lehrer, Hausmeister, Arzt, Fitnesstrainer, Professor, und jetzt der Pfarrer.

Jörg legt einen Brief auf den Konferenztisch „den haben ich und Hans in der Wohnung des Pfarrers sichergestellt“. In der Mitte des Briefes steht groß geschrieben Du bist schuldig.

„Mmh, endlich haben wir was von dem Schwein. Wir müssen noch den Schriftvergleich abwarten. Doch ich bin mit jetzt schon sicher das die Nachricht auf dem Boot und dieser Brief vom Täter sind.“ Alle stimmen Julia zu, und es beginnt eine heftige Diskussion.
Mir ist es beim Anblick der Worte kalt den Rücken runter gelaufen. Doch ich brauche Gewissheit.
Nach der Besprechung fahre ich nach Hause. Ich weiß genau wo es liegt, vor 25 Jahren hatte ich mein Poesie-Album das letzte Mal in den Händen.
Jasmin war damals meine beste Freundin, jetzt lese ich Ihren Eintrag und mir fließt eine Träne die Wange herunter.


Damals, ja mit 17 waren wir unzertrennlich. Und auf einmal von heute auf morgen war Sie weg, Jasmin Klein.
Ich habe Sie noch Jahre vergebens gesucht. Dann ist Sie leider, wie so vieles dem man sich nicht öfters widmet, in Vergessenheit geraten.

Zwei Anrufe und ich habe Ihre Adresse!!

Mittlerweile ist es kurz vor Mitternacht. Ich klingele und hoffe irgendwie, dass Sie nicht da ist, doch Sie öffnet.
Wir schauen uns an, doch 25jahre sind eine verdammt lange Zeit.
„Komm rein Barbara“ Sie ist kein bisschen überrascht, „ich warte schon so lange auf dich“. „Jasmin warum?“ ist meine ein zigste Frage. Mir geht durch den Kopf, dass wir seit Monaten, mittlerweile verzweifelt nach dem bestialischen Mörder fahnden. Und vor mir, Sie wirkt so zart fast kindlich, so klein und zierlich mit Ihren langen blonden Locken, steht Sie.

Jasmin schaut mich mit starrem Blick an.
„Sie nannten sich den Club der Kriminalisten. Julius, der Letzte der Pfarrer, ihn hatte ich vergöttert. Doch er wollte das, das zwischen uns geheim blieb. Deshalb konnte ich es selbst Dir nicht sagen.
Sie dachten sich immer Verbrechen aus, und eines Tages wollten Sie Ihre Phantasien wirklich werden lassen.

Julius brachte mich in das Wochenendhaus seiner Eltern. Wir liebten uns gerade als die Tür zum Schlafzimmer aufging. Fünf mit Teufelsmasken maskierte Jungs kamen herein. Erst merkte ich es gar nicht, doch dann schrie ich.
Julius lachte, und fesselte mich, dann setzte auch er sich eine Maske auf.
Sie schauten mich alle durch Ihre Sehschlitze an, in mir wuchs eine unglaubliche Angst. Jeder zückte ein scharfes Messer, ich schrie und schrie. Sie lachten, dann fingen Sie an mir kleine Hautstreifen abzuziehen. Die Schmerzen, bis heute.....
Es ging ewig, ich war schon halb von Sinnen da drang der Erste in mich ein. Ich kann, ich will, Nein.
Als Sie fertig waren, lösten Sie meine Fesseln. Sie drohten mir dies alles niemanden zu sagen.

Ich schwieg, Barbara, aber ich schwor Rache.

Ich konnte noch nicht glauben was Sie mir da erzählt hatte, da sank Sie zu Boden.
Sie lächelt „Es wirkt schneller als ich dachte. Barbara, sorge dafür das jeder die ganze Wahr......“.
Waren Ihre letzten Worte.


Impressum

Tag der Veröffentlichung: 17.11.2009

Alle Rechte vorbehalten

Nächste Seite
Seite 1 /