"Sehr geehrte Mrs. Black. Wir haben nach ihrem Vorstellungsgespräch nicht lange überlegen müssen und freuen uns recht herzlich, ihnen mitteilen zu können, das sie an der Schule Hogwarts - Schule für Hexerei und Zauberei - angenommen wurden. Wie sie vielleicht wissen ..."
Ein leiser Schrei entwich meiner Kehle. Das konnte nur ein Traum sein. Ein paar Mal schloss ich die Augen, öffnete sie wieder, doch der Zettel war immer noch da. Mein Herz pulsierte und ich dachte es würde gleich aus meiner Brust kommen. Nein, nein nur ein Traum! Ich nahm mein Telefon, rief meine beste Freundin an. »Cho ? Cho das wirst du mir nie glauben. Weißt du was ich ..« Ein leises Seufzen war am anderen Ende der Leitung zu hören, »Grace.. Grace beruhige dich erst einmal. Was ist den passiert? Ist ein Goldsack in deinem Keller oder was?« Ich kicherte. »Okay, noch mal von vorne. Weißt du noch, als ich dir erzählt habe, dass ich mich in Hogwarts beworben habe ? Naja, ich hatte dort ein Vorstellungsgespräch...«
»Grace, nein. Sag mir, dass das nicht wahr ist? Du wurdest angenommen. Komm ich bin so neugierig, jetzt erzähl schon.« Ich kicherte wieder. »Jaja, ich wurde angenommen.«
Stille - Am Ende der Leitung war nichts mehr zuhören. »Cho? Cho, alles okay?« Ein unterdrücktes Kreischen. »Jaja, ich hab mich nur gerade so gefreut. Okay, lass uns das feiern.«
Ich wiederstand dem Wunsch, da ich noch alles mögliche zutun hatte. »Süße, das wäre Supertoll. Aber ich glaube du weißt wann das neue Schuljahr anfängt oder? Genau in einer Woche. Alle Lehrer sind schon im Schloss oder haben jedenfalls Material für die neuen Klassen. Ich jedoch habe nichts. Ich muss noch so viel erledigen und möchte schon bald nach Hogwarts aufbrechen. Vorher werde ich aber noch mal bei dir vorbei fliegen.«
Ihre Stimme klang entäuscht, als sie sagte: »Okay süße, ich wünsche dir viel Spaß. Vielleicht besuche ich dich mal. Seit meinem Abschluss war ich nicht mehr in Hogwarts.. Du ich muss auflegen, mein Freund kommt gerade zur Tür hinein. Bis später süße.«
Schon gab das Telefon nur noch ein nerviges "tuut - tuut" von sich. Ich legte ernüchternd auf. Warum konnte sich Cho auch nie richtig für mich freuen? Um mich von meinen Gedanken abzulenken, lief ich schnell den Flur meiner Wohnung entlang in mein Schlafzimmer, zog den Bettkasten hervor und nahm alle Koffer die ich hatte heraus. Mein Hand legte sich, wie von selbst um meinen Zauberstab. »Alohomora!« Die Schranktüren öffneten sich und ich schaute meinen vollen Kleiderschrank an. »Verdammt!« Es waren einfach zuviele Sachen die ich in meinem Schrank. Eigentlich wollte ich nicht mehr so viel Zaubern, aber ich hatte kaum Zeit und wollte möglichst viele Sachen mitnehem. Meine Hand machte einen elganten Schwung, »Wingardium Levoisa!« und meine Klamotten flogen auf mein Bett. »Reducio! « Alle Kleidungsstücke schrumpften so weit zusammen, das sie in meinen Koffer passten. Ich atmete erleichtert auf, nahm die fertig gepackten Koffer und stellte sie in den Flur. Der nächste Gang ging ins Bad. Eigentlich wollte ich nur meine Kosmetiksachen einpacken, doch der Blick viel auf mein Spiegelbild - und ich erschrak. Ein bleiches Gesicht, umrahmt von langen, braunen Haaren und stechend grünen Augen sah mich direkt an. Ich ging ein Stück vom Spiegel weg und sah mich genauer an. Mein weißer Rock hing schlapp an meinen zu dünnen Beinen hinab und mein blaues Top hatte alle Farbe verloren, ebenso der dazu passende Schal. Insgesamt hatte ich zuviel abgenommen in den letzten Wochen. Der Stress war zu groß, das Leben zu schwer, die Hürden zu hoch.
Eine Träne rollte meine Wange hinunter, schnell wischte ich sie weg. Nein, ich durfte mich nicht an die Vergangenheit erinnern. Die Vergangenheit war nicht umsonst vergangen. Sie war Geschichte, zuende. Nicht mehr im hier und jetzt. Daran musste ich mich immer erinnern, denn sonst würde ich irgendwann zerbrechen. Das wusste ich genau.
Dennoch setzte ich mich auf den Badewannenrand und verließ die Realität für ein paar Sekunden Vergangenheit. Mein elfter Geburtstag. Meine Mutter hatte sich schon Sorgen gemacht das ich ein hässliger Squib - so drückte sie es gerne aus - sei. Doch ich bekam den langersehnten Brief von Hogwarts. Sirius nahm mich in den Arm. Nun er war schon 15, schon in der fünften Klasse.
Sirius.. vom Schmerz geplagt wachte ich auf. Ich durfte nicht an ihn denken. Er war tot. Man konnte Tote nicht wieder erwecken durch seine Gedanken. Tote waren Vergangenheit, und diese war vergangen. Ich rang nach Luft, stand auf, sammelte meine Sachen zusammen. Meine Hände zitterten, meine Augen waren immer noch nass. Dafür hasste ich mich. Für meine emotionale Schwäche.
Ich legte meine restlichen Sachen in einen Koffer, nahm meinen Besen. Es war mittlerweile nach 22 Uhr. Die Eule aus Hogwarts war spät gekommen. Die Kündigung hatte ich mit meiner Eule Sally zu meinem Vermieter geschickt. Mein Besen stand Griffbereit in der Ecke, ich spürte meine Nervosität, ich war lange nicht mehr geflogen. Noch einmal verwendete ich den Zauber, den alles kleiner machte. Packte meine Koffer in meine Handtasche und hing sie mir über die Schulter, kletterte zum Fenster hinaus und schwang mich auf den Besen. Ich kam mir vor wie eine alte Hexe, wie eine aus den Muggel-Geschichten.
Dann flog ich in Richtung Hogwarts. Von York aus, war es noch ein ganz schönes Stück, das wurde mir allerdings erst bewusst als ich schon gut 3 Stunden geflogen war. Mir tat alles weh und ich war der vollkommenen Erschöpfung ziemlich Nahe. Ich flog zum Boden, stieg ab. Dann kam mir dir idee und ich musste aufpassen, dass ich mich nicht selbst schlug. » Warum bin ich nicht vor den Haupteingang von Hogwarts appariert ?!« Schnell nahm ich meinen Besen, den ich gegen einen Baum gelehnt hatte an und überlegte. Nein, ich wollte Hogwarts aus der Lüfte sehen. Wo konnte ich also am besten hin apparieren?
Mittlerweile hatte sich ein leichter Wind aufgetan. Er umspielte mein Haar und meine Augen fingen an zu Tränen. Ich nahm nun auch wieder meine Tasche und stellte mir die Winkelgasse vor. Dies war der beste Ort. Genau vor Ollivanders. Das war der Platz, den ich mir noch am besten Vorstellen konnte. Ich schloss die Augen und konzentrierte mich genau auf meinen Lieblingsplatz in der Winkelgasse. Das nächste was ich spürte war ein Druck, als wenn ich in eine enge Röhre gesteckt wurde. Dieses Gefühl verblasste aber schnell wieder und mit einem leisen "Plopp" bemerkte ich, dass ich angekommen sein musste.
Es sah alles noch genauso aus wie damals. Die Laternen, welche bei Nacht immer an waren, schienen so, dass alles in einem romantischen Licht war. Sofort stiegen mir wieder Tränen in die Augen, doch ich wischte sie weg. Ich wollte nicht noch schlimmer aussehen, wenn ich endlich ins Hogwarts kam. Ich schaute mich um, drechte mich im Kreis und erblickte den tropfenden Kessel. »Ja, das ist genau das was ich jetzt brauche. Ich hole mir jetzt ein Butterbier und danach erst fliege ich weiter ins Schloss. Vielleicht treffe ich ein paar alte Bekannte.« sagte ich zu mir selbst und bewegte mich noch in der gleichen Sekunde in Richtung des tropfenden Kessel. Ich zog an der Tür und betrat das Lokal. Es roch noch immer so wie damals, als ich selbst auf die Schule gegangen war. Ich setzte mich auf den Hocker, vor der Bar und bestellte mir ein Butterbier, danach schaute ich mich um. Es waren keine Schüler mehr hier, doch ein paar Gesichter kamen mir bekannt vor. Meine Augen weiteten sich, als ich meine alte Lieblingslehrerin wieder erkannt. Minerva McGonagall. Ihr schwarzer Hut saß immer noch so schief wie früher auf ihrem silber-grauem Haar. Ich blinzelte, denn dies konnte nur ein Traum sein. Doch, als ich die Augen wieder ordentlich öffnete saß sie immer noch an der selben Stelle wie zuvor. Ich griff nach meinem Butterbier, stand auf und ging langsam auf sie zu. Als sie meine Schritte hörte, die immer näher kamen, blickte sie auf und sah mich erfreut auf. »Grace Black. Ich freue mich sie zu sehen. Nun setzen sie sich doch erstmal.« Ich setzte mich vorsichtig auf den Platz gegenüber von ihr. Sie lächelte mich an und fing an von der Schule zu erzählen.
Lachend kamen wir aus dem tropfenden Kessel. Aus einem Butterbier waren drei geworden und die Stimmung war ausgelassen. »So, ich werde nun zur Schule apperieren. Soll ich sie mitnehmen ?« Proffesor McGongall lächelte mich an. »Das ist sehr lieb von ihnen, doch ich hatte mir vorgenommen zur Schule zu fliegen. Ich möchte das Gefühl haben, wieder in die erste Klasse zu gehen und Hogwarts schon aus der Ferne sehen zu können.« Ich lachte, weil ich es selbst schon ein wenig komisch fand. »Okay. Dann melden sie sich bitte sofort, wenn sie angekommen sind.« Minerva McGongall lächelte mich noch einmal an, man hörte ein leises Plopp und im nächsten Moment war sie verschwunden. Ich lächelte, dann schwang ich mich zurück auf meinen Besen. Mein Hintern rebellierte sofort, aber ich ignorierte es. All zu weit war es nicht mehr und das Stück würde ich auch noch aushalten. Schnell stieg ich in die Lüfte und flog in einer gemäßigten Geschwindigkeit in Richtung Hogwarts.
Ich konnte es schon von weitem sehen. Die pompösen Türme, das helle Licht, das noch aus einigen Zimmern drang, obgleich es schon nach Mitternacht war. Außerdem konnte ich den Quidditschplatz erahnen. Unwillkürlich musste ich lachen und schob es auf meinen erhöten Alkoholpegel. Das Schloss kam immer näher und man konnte die Magie förmlich spüren. Ich flog in Richtung Boden. Genau vor dem Tor berührten meine Füße den Weg und ich stieg ab. Dann ging ich durch das Tor und folgte dem Weg hinein ins Schloss. Meine Augen wurden groß. Es sah immer noch genau gleich aus, obwohl es vor inzwischen zehn Jahren hier die große Schlacht von Hogwarts gab. Ich war damals in der fünften Klasse gewesen war. Sie hatten alles wieder so aufgebaut wie es damals war. Langsam schritt ich durch die Eingangshalle, stieg die Trempe empor zu den zwei Wasserspeiern, die zu Proffesor McGongalls Zimmer führten. Sie war die neue Schulleiterin, seitdem Albus Dumbledore und Severus Snape tot waren. Der Wasserspeier öffnete seine Augen und fragte mich nach dem Passwort. »Ich .. ich weiß es nicht. Proffesor McGonagall sagte, ich soll zu ihr ins Büro kommen, sobald ich im Hogwarts angekommen bin. Mein Name ist Grace Black und ich bin die neue Geschichte der Zauberei Lehrerin.«
Da öffnete sich der Eingang und ich konnte auf die Wendeltreppe sehen. Ich stieg sie empor und oben empfing mich lachende McGonagall. »Nun, schön das sie den Wasserspeier überreden konnten, sie durch zulassen. Seitdem hier die Schlacht war, ist er äußerst Senisbel.« Sie schmunzelte. Auch ich musste lächeln. In meiner Hogwartszeit wussten nur wenige von dem Eingang hinter dem Wasserspeier, dachte ich jedenfalls, denn niemand hatte je darüber gesprochen. »Ich hoffe sie wissen noch wo der Lehrertrakt ist.«, erklang eine Stimme. Proffesor McGongall sah mich fragend an. »Ehm .. Nein. Ich war nie dort. Ich glaube keiner hat überhaupt gewusst das es sowas gab oder gibt.« Sie schmunzelte. »Sehr gut. Also, sie gehen in den fünften Stock. Dort ist doch das Bild der singenden Nymphen. Sie sagen Alvois Corpis und ihren Namen, dann wird sich das Bild zur Seite schieben. Ihr Schlafraum ist der fünfte von Links.« Ich lies diese schnelle Beschreibung noch einmal durch meinen Kopf laufen. Minerva McGongall nickte mir noch einmal zu, dann drehte sie sich schwungvoll um und verschwand in einen anderen Raum. Ich ging die Wendeltreppe hinunter, folgte der Beschreibung. Als ich vor dem Bild stand, musste ich einige Sekunden nachdenken.
»Alvois Corpis, Mary Black.«
Ich drehte mich um. Mary Black strahlte mich an und spring mir sekunden später in die Arme. »Cousinchen ! Endlich sehe ich dich mal wieder.« Ich grinste. Seit bestimmt fünf Jahren hatte ich meine liebste Cousine nicht mehr zu Gesicht bekommen. Das letzte was ich von ihr hörte, dass sie an der Schule Hogwarts Kräuterkunde lehrte. »Mary! Ich hab dich solange nicht mehr gesehen. Mensch bist du erwachsen geworden. « Sie strahlte immer noch als sie sich von mir los machte. Dann hakte sie sich bei mir unter und wir gingen durch den kleinen Tunnel hinter dem Bild hindurch. Dann zeigte sie auf ihre Tür. »Die zweite von Links ist meine. Falls was ist komm einfach mal rüber.« Ich nickte. Langsam und mit leisen Schritten durchquerte ich den Flur und fand schließlich meine Tür. Ich lauschte in die Stille hinein. Ein leises Schnarchen war aus dem Raum neben mir zu hören. Lächelnd öffnete ich meine Tür und ging zu meinem Bett, nahm meinen Zauberstab und legte meine Tasche auf den Nachtschrank. Mit ein paar eleganten Bewegungen waren alle Sachen dort wo sie sein sollten und die Tür schloss sich von allein. Erschöpft legte ich mein in das Bett, welches auf jeden Fall gemütlicher war, als jene die in den Schlafsälen standen. Nach ein paar Minuten überfiel mich die Müdigkeit und ich schlief erschöpft, aber glücklich ein.
»Grace ? Grace, bist du schon wach? « Eine Stimme und das hämmern an meiner Tür machte mich wach. Verschlafen rieb ich mir die Augen und schaute auf meinen Wecker. »Oh scheiße ! Mary bist du das? Ich beeil mich, ich komm gleich raus! « In aller Eile machte ich mich fertig, vergaß fast, dass ich nun im Hogwarts eine Uniform tragen musste. Dann ging ich zur Tür und schloss sie auf. Vor mir stand meine kleine Cousine und grinste. »Schlafmütze !« war der einzige Kommentar, den ich zu Ohren bekam, bevor sie sich bei mir Unterhakte und mit schnellen Schritten in die große Halle begleitete. Als ich diese sah, staunte ich nicht schlecht. Klar, ich kannte diesen Raum, ich hatte 7 Jahre, jeden Tag hier gesessen, doch immerhin waren auch wieder 10 Jahre vergangen. Ich blieb stehen und schaute hinauf zur Decke, die einen klaren Himmel zeigte. Mir war klar, das dies nur gezaubert war, doch trozdem sah es so Realistisch aus. Ich lächelte, wandte mich dem Lehrertisch zu und ging langsam und mit ängstlichen Schritten den Weg hinauf zum Lehrertisch. Mein Blick fiel zurück zu den Schülertischen. Dort saß niemand, denn es waren Sommerferien, doch trozdem war es ein komisches Gefühl. Ich fühlte mich wie eine Neue. Eine neue Alte Person, die dahin zurück kehrte, wohin ihr Herz sie führte. Ich fühlte mich als würde ich angestarrt werden. Ich suchte eine vertraute Person, an die ich meine Augen heftete. Doch ich war zu aufgeregt. Dann erblickte ich Minerva McGongall, dachte an den vergangenen Abend zurück und fühlte mich gleich sicherer. Auch meine Schritte wurden wieder fester und ich hob den Kopf an. Dann setzte ich meinen Weg zum Lehrertisch fort. Ich hatte es gespürt, fast alle Blicke waren auf mich gerichtet, doch dann erhob sich eine Stimme. »Meine Lieben, ihr seht aus als wolltet ihr sie gleich Fressen. Vielleicht erinnern sich ein paar Lehrer noch an unsere ehemalige Spitzenschülerin Grace Black? « Ein Raunen ging durch den Raum und Proffesor McGonagall schmunzelte. »Grace, Mensch bist du groß geworden. Na komm mal her und lass dich drücken.« Mary lachte auf, als der Halbriese Rubeus Hagrid aufstand und die Arme nach mir ausbreitete. Ich ging auf ihn zu und umarmte ihn. Dann kamen ein paar weitere Lehrer zu mir und gaben mir die Hand. Mary kam erneut zu mir und zog mich zu meinem Platz. »Du kriegst immer noch alle Aufmerksamkeit, ich beneide dich. « neckte sie mich. Ich lächelte verunsichert. Dann nahm ich neben ihr Platz. Leises geflüster erhob sich und immer wieder spürte ich wie die Blicke zu mir gingen. So ziemlich jeder wusste was mit mir los war, seitdem die einzige Person aus der Familie von mir gegangen war. Sirius Black. Mein großer Bruder war das einzige was mich mit dieser Familie noch verband, außer die Wand, an der immer noch mein Name stand. Meine Mutter sah mich zwar nie als Verräterin, auch wenn ich im Hause Ravenclaw war, doch trozdem hatte sie mich nie wirklich geliebt. Ich schüttelte fast unmerklich den Kopf, wolte so die Gedanken aus meinem Kopf kriegen. Mary sah mich fragend an. »Familie.« Sie verstand was ich meinte. Ihre war nie anders gewesen.
Nach dem Essen verschwanden einige Lehrer sofort, doch Proffesor Hagrid, Proffesor Slughorn, Mary und ich setzen uns an einen den Ravenclaw-Gemeinschaftstisch und fingen an über alte Zeiten zu reden. Immer wieder warf Mary mir Blicke zu, immer dann wenn ein neues Thema begann, welches mich an meine Vergangenheit, an Sirius oder an meine Familie erinnerte. »So Grace, Erzähl doch mal. Was hast du die ganz Zeit so gemacht? « Nun war ich es die, welche Mary ansah. Ich wollte nicht über meine Vergangenheit reden. Mary verstand meinen Blick. »Hey Grace. Wusstest du schon das der Geschichte der Zauberei Raum extra für dich umgebaut worden ist? Komm ich zeig ihn dir. Du musst bestimmt auch noch so viel vorbereiten.« Ich nickte ihr Dankbar zu. »Ja da hast du Recht. Leute, lasst uns ein anderes Mal weiter reden. Vielleicht bald mal auf ein Butterbier oder so.« Ein Allgemeines Nicken, dann stand Mary auf und zog mich förmlich hinter sich her, zurück zur großen Treppe. »Danke. Du hast mir gerade mein Leben gerettet.« Ich lächelte sie dankbar an. »Jetzt übertreibst du aber Grace. Pass auf, ich geh nun in mein Zimmer und bereite ein paar letzte Sachen vor. Immerhin geht in ein paar Tagen die Schule wieder los.«
»Okay, dann gehe ich nun in den sechsten Stock und schaue mir mal den Geschichte der Zauberei Raum an. Oh, ich war schon so lang nicht mehr hier... Mary? Wann fängt das Mittagessen an? « Mary grinste.
»Um 13 Uhr. Bis später, Cousinchen.«
Ich nickte und ging die große Treppe hinauf. Ich musste aufpassen, denn die Treppenabschnitte drehten sich unaufhörlich. Insgesammt hatte sich die große Treppe nicht sonderlich verändert. Nach der Schlacht von Hogwarts war sie so kaputt gewesen und dies hielt an bis ich zwei Jahre später die Schule verließ. Nun aber war sie wie früher, als ich in der ersten Klasse war, selbst die Bilder waren komplett, soweit ich das sehen konnte.
Ich kam im sechsten Stock an und schritt durch die Tür. »Muss ich nun nach links oder rechts gehen? Ach, ich hätte Mary fragen sollen. « Ich schüttelte über mich selbst den Kopf, ich sollte endlich aufhören mit mir selbst zu sprechen. Das konnte nur noch unnötig peinlich werden. Da erklang eine Stimme hinter mir. »Nach Rechts! «
Ich erschrack und zuckte zusammen. Die Stimme kannte ich nur zu gut. Doch ich wusste nicht mehr wer es war. Ich brachte sie mit Sirius in Verbindung.
»Grace, lange hab ich dich nicht mehr gesehen. Wo hast du nur all die Jahre gesteckt? «
Langsam und bedächtigt drehte ich mich um - Remus Lupin. Ich hatte das Gefühl in mir würde etwas explodieren, was sich all die Jahre zurück gehalten hatte. Ich lächelte ihn warmherzig an und nahm ihn in den Arm. »Remus! Das gleiche könnte ich von dir auch sagen. Wie geht es dir? « Er war der beste Freund meines Bruders gewesen.
»Huch Grace, du bist ja immer noch so stürmisch wie früher. « Ich wurde rot und ging einen Schritt zurück, behielt jedoch seine rechte Hand zwischen den meinen. Es fühlte sich einfach gut an. »Ich bin schon seit ein paar Jahren wieder zurück im Hogwarts. Nachdem Tonks gestorben war, hatte mich die Trauer gepackt. Dann rief Prof. McGonagall mich an und fragte mich ob ich nicht wieder hier arbeiten wolle. Tja, wie du siehst hab ich "Ja" gesagt. Heute gehts mir ganz gut. «
Ich drückte seine Hand. Das mit Tonks war ein schwerer Schock gewesen, als sie damals umgebracht wurde. Remus hatte man zurück ins Leben holen können, doch bis heute wusste ich, das er lieber an ihrer Stelle gestorben wäre. Auch wenn sie nicht immer glücklich waren. Doch seitdem Remus Sohn auf der Welt war, wurde alles besser.
»Grace, du bist ebenso nachdenklich wie früher, dann schaust du immer immer nach rechts und verziehst die Augenbrauen. Genau wie Sirius.«
Sirius - bei dem Namen zuckte ich zusammen. Remus schaute mich besorgt an. Er nickte wissend und zog mich zurück in seine Arme. Sein Haar roch nach Gras und sein körper stieß eine angenehme Wärme aus. »Wir kommen nie über den Tod eines geliebten Menschen hinweg. Doch müssen wir lernen, damit umgehen zu können.", flüsterte er mir ins Ohr.
Ich nickte und er ließ mich wieder los. »Ich..ich muss noch zum Geschichte der Zauberei Raum. Ein paar Sachen vorbereiten. Bis zum Mittagessen? « Ich zitterte. »Ja, bis später Grace. « Er lächelte, drehte sich um und ging langsam weg. Er hatte einen fließenden Gang und kurz bevor er durch die Tür ging, strich er sich einmal über sein Haar. Das hatte er immer gemacht. »Jedenfalls eine Sache, die sich niemals ändern wird. « sagte ich zu mir selbst.Ich selbst ging nach rechts, wie Remus es mir gesagt hatte. Am Ende des Ganges fand ich dann schließlich den Raum.
Ich betrat den Raum und musste lächeln. Es sah alles aus wie in meiner Schulzeit, Mary hatte mich also nur von den anderen befreien wollen. Ich schickte ihr ein stilles Danke. Dann schaute ich mich weiter um. Der Raum war relativ groß, wenn man die anderen Räume des Hogwarts betrachtete. Es waren genug Sitzbänke für mindestens zwei Klassen. Alles war in schlichtem Holz gehalten, nur die Tafel hing immer noch schief. Langsamen Schrittes ging ich zu den Sitzbänken, 3 Reihe, 2 Platz. Das war immer mein Platz gewesen. Ich ließ mich auf die Bank fallen und schloß die Augen.
Ein stürmischer Tag, doch trotzdem bekamen wir kein Frei. Leider. An den Tagen vermisste ich manchmal die Muggelschulen, auch wenn ich das nicht zugab. Ich war stolz eine Hexe zu sein, doch Muggel hatten bei dem Wetter frei. Gedankenverloren starrte ich auf die Tafel - Geschichte der Zauberei, mein Lieblingsfach. Trotzdem konnte ich mich nicht konzentrieren. Er war in meinen Gedanken, immer er, kein anderer. Ich kannte seinen Namen nicht, doch er hing dauernd mit meinem Bruder rum. Seine Haare waren verwuschelt. Meine Mutter fand das alles nicht gut. Das Sirius mit ihm rumhing, denn er war ein Halbblut, nicht rein.
Sirius, nur der Gedanke an ihn machte das Atmen unerträglich. Ich drückte meine Hände gegen den Brustkorb, dann stand ich langsam auf, streckte mich. Ich vermisste meinen Bruder so. Er war immer ein wenig anders, als alle in meiner Familie gewesen. Etwas besonderes, denn Sirius und ich waren die einzigen die einmal anderen Häusern angehört hatten, er Gryffindor und ich war in Ravenclaw. Ich schüttelte den Kopf, als würde ich die Gedanken so weg kriegen. Ich erschrak. Die Tür knarte, doch ich hatte vorher nichts gehört. Ich drehte mich langsam um, hinter meinem Rücken hielt ich den Zauberstab bereit. Mary schaute durch die Tür, grinste. »Immer noch die Abwehrhaltung, die wir nach der Schlacht haben sollten? «
Ich fing an zu lachen. »Ja, so sieht es wohl aus. « Ich steckte den Zauberstab zurück in meine Tasche und grinste Mary frech an. »Was machst du hier? «
»Ich kann auch wieder gehen. « Sie schaute gepsielt beleidigt, »Allerdings wollte ich dich zum Mittagessen abholen. « Ich schaute nach draussen. Die Sonne stand hell erleuchtet über dem Wald. »Oh schon so spät? Ich bin schon bei dir, liebste. « Wir kicherten, dann hakte ich mich bei ihr unter und wir spazierten fröhlich kichernd in Richtung der großen Halle. Angekommen warf ich gleich einen Blick auf den Lehrertisch. Remus war noch nicht da. Ich ging nun gemächlichem Schrittes zu meinem Platz, setzte mich. Da kam er, ging mit langen Schritten auf den Lehrertisch zu, schaute sich um. Er endeckte mich, lächelte mir zu und setzte sich neben mich. »Aber Remus! Du kannst dich doch nicht einfach auf einen fremden Platz setzen ! « Er lachte, stupste mich an und erwiderte »Aber Grace. Ist dir denn heute morgen überhaupt nicht aufgefallen, das der Platz neben dir frei war? Hast du dich nicht gewundert, mich heute morgen nicht gesehen zu haben? « Ich schluckte, dachte nach. Ja er hatte Recht, der Platz war heute morgen definitiv noch nicht besetzt worden, ihn hatte ich nicht gesehen. Ich musste eigentlich nur eins und eins zusammen zählen. »Oh man, dann muss ich also neben dir sitzen? Ein Jahr lang?« Diesmal war ich es die ihn neckte. Er schaute gespielt entrüstet, dann fingen wir beide an zu lachen, was natürlich alle Blicke auf uns zog. Klar durften wir uns als Lehrer nicht so benehmen, doch wir hatten uns so lange nicht gesehen. Nach dem Essen erhob sich Minerva McGonagall. »Mrs. Black... « Mary und mein Blick gingen in ihre Richtung. »... Grace. Würden sie noch einmal in mein Büro kommen? Ich müsste noch etwas wichtiges mit ihnen besprechen.« Ich nickte. »Na, was hast du angestellt an deinem ersten Tag? « raunte mir Remus Lupin mir ins Ohr. Ich schlug ihm spielerisch auf den Arm.
Tag der Veröffentlichung: 15.01.2012
Alle Rechte vorbehalten
Widmung:
Für alle die, die denken das Harry Potter noch nicht zu ende sein darf.
Für Mary, weil sie mich inspiriert und mich aufmuntert.
Für ihn, weil er darin mitspielt.