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Kapitel 1



Sally geht in ihrem Zimmer auf und ab. Seit 10 Minuten wartet sie auf einen Anruf, der ihr sehr wichtig ist. Immer wieder nimmt sie ihr Handy in die Hand, entsperrt es. Doch es ist kein Entgangener Anruf.
Langsam setzt sie sich wieder auf ihr Bett, klappt ihr Laptop auf. Nein auch keine Nachricht.
Schon wieder werde ich versetzt. Verdammt nochmal.


Sie schickt eine Offline Nachricht Bin jetzt draußen. Vielleicht bis später, aber ich habe mein Handy dabei.

Nein sie glaubt nicht daran das sie den Anruf noch erhalten wird. Sie wartet noch 3 Minuten, aber keine Nachricht kommt mehr in ihr Postfach. Schwerenherzens klappt Sally ihr Laptop zu.
Stumm nimmt sie ihre Umhängetasche und ihren Schwarzen Mantel, zieht ihre Zimmertür hinter sich zu. Ihre Mutter sitzt wieder ihm Wohnzimmer der Fernseher läuft und es stinkt nach Alkohol. Eine halb leere Vodkaflasche steht auf dem Tisch ein leeres Glas daneben. »Schätzchen füllst du mir das Glas nochmal auf?« lallt ihre Mutter Sally entgegen. »Guck mal auf die Uhr verdammt, es ist halb 4 und du bist Stockbesoffen.« Langsam wendet sie sich um, dreht sich aber schnell wieder um und nimmt das Glas und die Flasche. »Ehmm.. Die Flasche ist ja leer.«
»Holst du mir eine neue, Liebling?« Sally grinst und nickt. Unbeobachtet schleicht sie sich in die Küche, die schon fast versifft und kippt den rest Vodka ins Spülbecken. Danach füllt sie die Flasche voll mit Wasser. Bei dem Zustand merkt sie doch sowieso nichts mehr.

Sie geht leichtem Herzens wieder ins Wohnzimmer und schenkt ihrer Mutter ein Glas ein. »Bitte. Ich gehe jetzt, bis später.« Ihre Mutter lächelt selig, wendet sich wieder dem Computer zu. »Och scheiße.« tönt es nur. Warscheinlich ist mal wieder ihr Monster besiegt worden. Schnell nimmt Sally das Portmornaie aus der Tasche ihrer Mutter und klaut sich 10 Euro. Danach greift sie noch in die Zigarettenschachtel. 10 Stück müssten reichen.

Schnell versteckt sie alles in ihrem großem Mantel und geht aus der Wohnstube, hinaus aus der Wohnung . Sie geht die Treppen hinunter, aus Angst das ihre Mutter das Wasser doch zu schnell bemerken wird. Sie zieht die Tür zu und läuft gegen den Wind. Ihre Schwarz-blau gefärbten Haare wehen ihr aus dem Gesicht. Schnell läuft sie hinter dem Haus entlang, über den Spielplatz hinein in den Wald. Dort wird sie langsamer, schnappt schwerfällig nach Luft. Schnellen Schrittes geht Sally weiter. Immer dem Weg entlang bis zur alten Eiche, die schon mehrere hundert Jahre alt ist. Dort geht sie rechts durch Gebüsch. Wieder fängt sie an zu rennen, diesmal aus Angst jemand könnte sie gesehen haben. Sie läuft bis sie zum Fluss kommt. Dort sind zwei Bäume umgekippt genau über den Fluss rüber. Erst jetzt schaut Sally sich um und erstaunt sich wieder von der Schönheit des Waldes. Die Bäume stehen mal dicht und mal weit entfernt, sind grün und hoch. Manche Bäume wurden durch Blitze gespalten, brannten jedoch nie, Moos ist auf dem Boden und Wildblumen wachsen so weit das Auge reicht. Sally geht zu den beiden Bäumen die das eine Flussufer mit dem anderen verbindet. Der eine sieht total morsch aus, diesen Baum wird sie benutzen, da er stabiler ist als der andere. Dieser sieht jedoch aus als wenn er richtig stabil wäre, doch wenn man in der Mitte stehen würde, so würde er durchbrechen. Lächelnd steigt sie auf den morschen der beiden und geht langsam und bedächtig über ihn. Am anderen Ende springt sie Anmutig herunter und läuft das letzte kleine Stück. Dann sieht sie es. Ein kleines Häuschen, was schon längst verfallen wäre, hätte ihr Vater es damals nicht mit ihr wieder renoviert. Es war ihr Platz, wenn sie im Wald Pilze sammelten oder Tiere schossen. Langsam schleicht sie zu dem Haus. Macht das Schloss mit ihrem Zahlencode auf. Sie geht durch die Tür, schließt sie hinter sich. Dann nimmt Sally ihr Handy aus der Hosentasche. Keine Anrufe in Abwesenheit. Ach was für ein Mist ist das denn. Langsam geht sie durch denn Raum, öffnet ein Schränkchen und nimmt einen alten Aschenbecher hinaus. Sie öffnet die drei Fenster und setzt sich in den Campingstuhl. Angespannt lehnt sie sich zurück, zündet ihre Zigarette an und zieht einmal tief. Als sie den Rauch auspustet ist sie schon viel entspannter. Sie springt auf und zieht die 10 Euro aus der Tasche. Vorsichtig kniet sie sich auf den Boden, die Zigarette immer noch im Mund; sie öffnet leise den Verschlag unter dem Teppich. Greift hinein und nimmt eine kleine Schachtel hinaus. Sie öffnet sie und legt die 10 Euro hinein. Der Deckel klappt wieder zu und ihre Hand legt sie wieder in den Verschlag. Dann nimmt sie die Cola dose noch hinaus und schließt die Klappe wieder.
Von draußen kommt ein Geräusch und Sally springt auf und schleicht leise zum Fenster an der Ost-Seite. Sie schaut vorsichtig hinaus. Doch dort ist nichts. Auch bei den anderen Fenstern kann sie nichts erkennen. Bestimmt ein Eichhörnchen. Verdammt ich sollte nicht so ängstlich sein.


Langsam setzt sie sich wieder in den Stuhl, lehnt sich zurück, drückt ihre Zigarette aus. Sally schließt ihre Augen und hört dem Wind zu, wie er leise singt. Lange sitzt sie dort, dann nimmt sie sich noch eine Zigarette und zündet sie sich an. Sie greift nach dem weißen Kreidestift und dem Aschenbecher und setzt sie vor die Wand in der die Tür ist. Dort sind verschiedene Gesichter gemalt, kleine und große Köpfe. Ihr Vater lächelt sie an, er ist genau auf der Höhe das er ihr Gesicht schauen kann. Eine Träne läuft über Sallys Wange, schnell wischt sie, sie weg, bevor ihr klar wird das sie allein ist. Doch auch in dem kleinen Haus will sie keine Gefühle mehr zeigen. Schnell lässt sie ihre Zigarette wieder aufglimmen, nimmt einen langen Zug und atmet ihn tief in ihre Lunge. Lange atmet sie nicht um den Rauch mehr zu inhalieren, doch dann atmet sie aus. Ihre Hand greift nach der Coladose und trinkt einen großen Schluck. Sie zieht noch ein paar mal, dann drückt sie die Zigarette aus und fängt an die Collage weiter zu zeichnen. Gefühlte Sekunden später räkelt sich die Eiche , an der sie abbog, an der Wand. Zufrieden lächelt Sally, trinkt schnell den letzten schluck Cola aus. Dann schaut sie aus dem Fenster. Der Himmel leuchtet in den schönsten Farben, aber doch vor allem in dem leuchtensten Lilatönen. Morgen gutes Wetter! Sally lächelt und nimmt sich eine weitere Zigarette, zündet sie sich an bevor sie es sich anders überlegt. Sie geht an das andere Ende des Raumes zieht ein weiteres Blatt des Tageskalenders und lässt es auf den Boden rieseln. Dann nimmt sie sich das Handy aus der Tasche und schaut ob sie etwas verpasst hatte. Ich wusste es. Keine neuen Anrufe. Warum mache ich mir auch solche Hoffnungen?

Schnell lässt sie die Uhr aufblinken. 18:07. Sie raucht die Zigarette zu Ende, packt alles wieder so hin wie es war. Sie geht aus dem Häuschen verschließt die Tür und läuft bis sie die große Eiche sehen kann. Sally schaut sich um ob jemand den Weg hinunterläuft. Als sie keinen sieht geht sie schnell auf den Weg, geht gemütlichen Schrittes nach Hause. Kaum hat sie die Wohnungstür geschlossen hört sie einen lauten schrei. »Sally beweg deinen fetten Arsch in meine Richtung.« Sie geht gemächlichen Schrittes ins Wohnzimmer und stellt sich demonstrativ in die Tür. »Was ist den?«
»Was hast du mit meinem Vodka gemacht?«
»Wieso denn?«
»Das ist kein Vodka, das ist Wasser.« Ihre Mutter schaut ihr in die Augen.
»Du solltest vielleicht nicht mehr soviel trinken. Steht dir nicht so.« gibt Sally kleinlaut bei. »Ich weiß schon selbst was für mich das beste ist.« kreischt Sallys Mutter in ihre Richtung.
»Als Vodkaleiche zu enden finde ich persönlich sehr schön.« Sallys Stimme zittert nun leicht. Ihre Finger krallen sich in den Türrahmen und ein Nagel bricht ab. Doch das fällt ihr gar nicht auf. Ihre Augen haben sich in ihre Mutters Augen gebohrt, sie passt auf, dass ihre Erzeugerin ihr nicht gleich an die Gurgel springt. »Wie nennst du mich? Vodkaleiche? Was soll das den heißen?«
»Das du nur noch säufst, verdammt.« Mit den Worten verabschiedet Sally sich und stapft zurück in ihr Zimmer, schmeißt die Tür hinter sich zu. »Bring mir neuen Vodka verdammt nochmal.« Doch Sally stört sich gar nicht daran, klappt einfach das Laptop und macht sich ihr Lieblingsstück an. Sie schaltet ihr MSN an und schaut als erstes wer online ist. Mist schon wieder nicht online.

Sie macht ihren Status auf „Abwesend“, schlägt ihre Kunstmappe auf und macht das neuste Schulprojekt. Mit 15 in der elften und somit letzten Klasse der Schule, hatte sie schon immer etwas besonderen gemacht.
Sally nimmt ihre HB Bleistifte aus ihrer Federtasche und schaut sich ihre Bilder auf dem Laptop an. Sie öffnet ungewählt ein Bild und erschrickt. Ein altes Bild des Jahres 2003 . Im Alter von 3 Jahren lächelt sie in die Kamera, ihre Mutter hat sie auf dem Schoß, ihr Vater hat beide im Arm. Eine Träne kullert wieder über Sallys Gesicht. Sie wischt sich die Träne weg, schließt schnell das Bild, aber auch nur um es gleich wieder zu öffnen. Noch einmal wischt sie sich über die Augen, dann nimmt sie ihren Bleistift und fängt an zu zeichnen.
Schon bald ist sie fertig, lächelt das Bild an. In dem Moment kommt ein Geräusch und ein kleines Fenster öffnet sich. Sallys Herz fängt wie verrückt an zu klopfen. Doch völlig umsonst, ihr bester Freund ist gerade online gekommen. Schnell geht sie offline bevor er bemerkt das sie Online ist. Im gleichen Moment klingelt es und Sally springt auf und läuft zur Tür. Sie öffnet sie und erschrickt. Dort steht ein Mann, ca. 1.85m groß, breite Schultern. Er macht einen netten Eindruck solange man ihm nicht in die Augen schaut. Starre, dunkelbraune ja fast schwarze Augen gucken ihr direkt in die Augen »Larissa?« Er schaut sie erwartungsvoll an.
»Ehmm.. Nein ich bin Sally, meine Mutter sitzt im Wohnzimmer. Kommen sie mit.« Er lächelt und nickt.
Langsam geht Sally durch den kleinen, mickrigen Flur, stellt sich neben die Wohnzimmertür »Dort hinein.« Sie lächelt schüchtern und verschränkt die Arme vor der Brust. Dann läuft sie schnell in die Küche. Der Mann bleibt bestimmt mal wieder nur für eine Nacht. Ich putze nur schnell die Küche, damit es nicht ganz so schlimm aussieht.


Dann geht sie in ihr Zimmer, verschließt die Tür sorgfältig und legt sich ins Bett. Sie macht leise Musik an, dreht sich noch ein paar mal und fällt dann in einen sehr unruhigen Schlaf.


Kapitel 2


Sally wird aus ihrem unruhigen Schlaf gerissen. Hart hämmert jemand an die Tür und eine Stimme ertönt »Sally aufstehen. Sally, Sally du musst jetzt aufstehen. Du musst zu Schule. Sally aufstehen«
Seufzend erhebt sie sich aus ihrem Bett, nimmt sich ein neues Handtuch aus dem Schrank und geht ins Bad um sich fertig zumachen. Sie duscht, zieht sich an, schminkt sich und richtet ihre Haare. Dann nimmt sie ihre XXL-Handtasche und packt schnell alle ihre Schulsachen zusammen. Sie geht in die Küche und nimmt sich drei Äpfel. Sallys Mutter sitzt am Küchentisch, eine Flasche Lakritzschnaps vor sich stehen die schon zu einem achtel leer ist, so schätzt Sally. Sie geht schnell ins Wohnzimmer und nimmt sich noch drei Zigaretten. Dann läuft sie aus der Wohnung ohne sich noch einmal umzudrehen oder ein >Tschüß!War ja klar. Kaum tauche ich mit einem Fremden Mädchen auf gucken alle blöd. Nur weil ich nur mit Jungs abhänge. Ich kann auch nett sein wenn ich will.

Sie nickt grimmig und geht weiter geradeaus, schaut kaum die anderen an. Eingebildete Tussen.

Dann sieht sie ihren besten Freund Markus. Sie winkt, läuft auf ihn zu. »Na wie war dein Tag gestern noch?« Sie umarmt ihn überstürzt. »Haha gut. Die Skatebahn hat mich mal wieder ausgelacht.« Er grinst neckisch. »und wie war dein Tag mit der Säufer-Mutter?« Sally zieht eine Grimasse. »& du denkst das ich zuhause rumsitze wenn sie wieder ihre Vodkaflasche anhimmelt?« Sie grinst schief. »Aber trotzdem pass auf. Gestern hab ich mir echt mal wieder was geleistet. Erst hab ich sie Vodkaleiche genannt und dann hab ich auch noch die halb volle Vodkaflasche genommen sie im Spülbecken ausgekippt und Wasser reingefüllt.« Sie lachen laut auf. »Wie hast das den geschafft, an die Flasche ranzukommen & hat sie was bemerkt?«
»Ach ich hab gesagt, sie wäre leer. Muttern war grad mit ihren Monsterspielen im Internet beschäftigt und da hab ich sie halt einfach genommen und hab sie ausgekippt. Naja .. Sie hat was gemerkt. Als ich nach hause kam, ist sie ausgerastet und danach stand wieder einer von ihren Lieblings Typen vor der Tür und hat mich mit meiner Mutter verwechselt. Sag mal seh ich ihr wirklich ähnlich. Hab ich wirklich Säufer Augen oder so?«
»Nein. Aber sag wer war den das heiße Mädchen. Welches du eben mitgeschleppt hast?« Sally sieht ihn fragend an »Welche meinst du ? Achso .. Du meinst die Rothaarige? Das ist Feli. Ich hab sie heute in meinem Raucherhaus gefunden.« Markus nickt. Dann klingelt es.
Sally hackt sich bei ihm unter und geht mit ihm zusammen zum Geschichts-Leistungskurs. Nun fangen 8 lange Stunden Schule an. Sally seufzt laut auf. Jedenfalls ist heute Freitag. Da hab ich 3 stunden Kunst

. Ein wenig besser gelaunt läuft sie los.
Später im Kunstunterricht, als alle zeichnen, steht Sally leise auf und geht zu ihrer Lieblingslehrerin. Frau Jütten schaut ihr fragend entgegen. In der Hand hat Sally ihr Bild, welches sie am Vorabend gezeichnet hatte. »Könnten sie mir sagen was ich daran noch verbessern kann?« fragt sie leise flüsternd ihre Lehrerin. Sie schiebt ihr das Bild aufs Pult. Ihre Lehrerin macht große Augen. »Wow.« entfährt es ihr ebenso leise. »Also ich würde jetzt zu jedem anderen sagen nichts. Aber da du die Perfektionistin der Kunst bist , würde ich sagen .. Das du vielleicht hier..« Sie zeigt auf die Stelle hinter dem Kopf ihres Vaters, »es ein bisschen heller machen solltest. Sonst sehen seine Haare aus, als würden sie mit der Wand verschmelzen. Aber sonst ist es einfach genial.« Sally nickt dankbar und setzt sich wieder auf ihren Platz. Sie schaut sich in der Klasse um und sieht wie ihre ‚besten Freundinnen‘ .die Tussis der Klasse, flüsternd ihre Köpfe zusammen stecken. Sie schüttelt ihren Kopf und macht sich daran ihr angefangenes Bild weiter zu zeichnen. Es ist eine Szene aus dem Film ‚Alice in Wonderland‘ ,der neu erschiene Filme von 2010.
Sally lächelt als sie sich daran erinnert, wie sie den Film das erste Mal mit Markus sah. Auf ihrem Bild sieht man die Raupe wie sie gerade Alice den rauch ins Gesicht pustet. Sie malt die Umrisse die man von Alice noch erkennen kann. Da klingelt es. Sie steht auf und steckt das Bild heimlich in ihre Zeichenmappe. Schnell stellt sie ihren Stuhl hoch und läuft aus dem Klassenraum. Markus steht schon vor der Schule. »Markus? Was machst du heute?« Er zieht die Schultern hoch. »Keine Ahnung, meine Eltern arbeiten beide bis um 23:oo Uhr.« Sally nickt. »Meine Mutter bemerkt mich sowieso nicht.« Sie hackt sich wieder bei ihm unter. »Komm ich will dir was zeigen.« Ihre Füße finden den Weg wie im Schlaf. Schnell gehen sie in den Wald, bis sie zu den beiden Baumstämmen kommen. »Markus schau mal nach oben.«
Er guckt sie komisch an befolgt aber ihre Worte. Sally beobachtet wie seine Augen groß werden. Seine Kinnlade klappt hinunter. »wow ist das hier schön.«
»Sag ich ja« Sie zeigt auf die Baumstämme. »Geh über den der Morsch aussieht.« Als sie seinen fragenden Blick sieht, fügt sie schnell hinzu »Vertrau mir einfach. « Er nickt misstrauisch und geht zu dem Baumstamm. Vorsichtig setzt er einen Fuß auf, guckt ob der Stamm hält. Dann geht er langsam über auf die andere Seite. Sally läuft bedächtig hinter ihn her und zeigt auf den Weg denn sie sich die Jahre über gebannt hat. Still folgt Markus, Sally bis zu der kleinen Hütte. Sie bleibt stehen. Markus schaut sie fragend an »&…?« Sie nimmt das Zahlenschloss und dreht an den Rädchen und öffnet das schloss. Leise öffnet sie die Tür. »Na komm schon.« Vorsichtig folgt Markus ihr. Sally setzt sich auf den Campingstuhl, nimmt eine Zigarette vom Boden, zündet sie sich an. Markus nimmt sich ebenfalls eine, nimmt sein Feuerzeug aus der Jackentasche und setzt sich auf dem Boden.
»Wie bist du denn an das Haus gekommen.« Er schaut sie leicht verwirrt an.
»Sie gehörte meinem Vater. Er war Jäger. Ich war oft mit ihm hier. Wir haben hier Übernachtet und Tiere geschossen.« Das ist das erste Mal das sie über ihren Vater redet. Langsam füllen sich ihre Augen mit Tränen und bevor sie es verhindern kann, rollen sie über ihre Wangen. Hektisch wischt Sally sich die Tränen weg. Markus schaut sie an. Nie hat er sie je weinen gesehen.
» ‘Tschuldigung.«
Er nickte. Sally zieht wieder an ihrer Zigarette und inhaliert den Rauch tief in ihre Lunge.

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Tag der Veröffentlichung: 02.12.2010

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