Hanne schlenderte durch den vorfrühlingshaften Wald, entdeckte dabei so manchen Frühblüher, ebenso an den Sträuchern und Bäumen nahm sie wahr, dass diese in den Startlöchern wie der Fächerfarn standen. Bei einer kleinen Kiefer, die sich zwischen den Laubbaumen gesetzt hatte, nahm sie deutlich die Neuen Triebe an den Ästen wahr. Gedankenverloren ging sie langsam weiter und hätte fast einen Hundehaufen übersehen.
Sie wurde jäh aus den Gedanken gerissen und wenige Sekunden später entdeckte sie an ihrem geliebten Teich in unmittelbarer Nähe des kleinen Ruderbootes dann noch ein Netz, das achtlos am Ufer lag, in dem fand sie sogar noch Fischgräten oder besser gesagt, das Knochengerüst des Fisches. Daneben lagen noch einige leere Bierdosen. Sie schüttelte angewidert den Kopf und dachte dabei, die waren wohl Kornblumenblau, dass sie vergaßen ihren Fisch mitzunehmen. Die leeren Dosen wollte sie kurzerhand ins Netz packen, um sie beim nächsten Mülleimer zu entsorgen, da schoß ihr ein Gedanke in den Kopf und dachte: "Das lege ich vor dem Eingang des Angelververeins". Just in dem Moment hörte sie eine dunkle Stimme: "Hallo, bitte nicht erschrecken!"
Da sie jedoch so in ihren Gedanken war, erschrak sie doch ein wenig und drehte sich rasch um. Sie erblickte einen Mann, der nochmals "Hallo" sagte und sie freundlich anlächelte.
"Bitte entschuldigen Sie, dass wir den Unrat haben liegen gelassen, deshalb bin ich hier um ihn zu entfernen, habe es leider nicht geschafft, weil wir unseren Kumpel unterstützen mussten", versuchte er sie zu beruhigen.
Hanne beruhigte sich rasch und meinte: "Hallo, das ist ja toll. Spare ich mir die Arbeit."
Die Beiden unterhielten sich noch ein wenig und kamen schließlich auf das Thema, dass sich der Trend der Jugend beim Angeln verändert hat. Er meinte, das die Jugend fast nur noch am Handy hingen und Spielchen machten. Heinz, der Mann hatte sich auch im Laufe der Unterhaltung vorgestellt, so konnte Hanne ihn auch mit Namen ansprechen.
"Wieso hängen die Kids denn am Handy, ich dachte, ihr Angler macht dann eine Auszeit, genießt die Natur und Ruhe vom Alltag."
"Eigentlich schon Hanne, im Prinzip hast du Recht. Für mich ist es wirklich so, dass ich die Natur genieße, oft beobachte ich auch die Tierwelt oder Pflanzen. Doch deshalb verstehe ich nicht die Kids."
"Was spielen denn überhaupt die Kids, Heinz?"
"Ich hatte sie mal gefragt, zum einen Fortnite und Talahon", erwiderte Heinz.
"Kenne ich ich beide nicht, was sind denn das für Spiele, dass sie so fesseln?" wollte nun Hanne wissen.
"Jedenfalls sind es keine Angelspiele, eher Action, ich habe mal gegoogelt und für mich persönlich wären diese Rollenspiele nichts für mich, da auch herumgeballert werden muss", versuchte er zu erklären.
Während die beiden sich unterhielten, sammelte Heinz die Dosen ein und blickte sich um. "Da noch etwas", er hob das Papier von einer Dubai Schokolade auf.
"Auf den Trend von der Schoko kann man echt verzichten, zudem ist mir der Preis ehrlich zu hoch", bemerkte Hanne als sie das Papier sah.
"Da gebe ich dir recht, aber besser als wenn sie sich hier am See mit Drogen zudröhnen", meinte nun Heinz.
Wenige Minuten später, nachdem sie sich weiter austauschten, machten sie sich gemeinsam auf den Rückweg in Richtung des Ortes, dabei betrachteten sie und entdeckten noch gemeinsam einige Frühblüher in der Natur.
Tag der Veröffentlichung: 25.02.2025
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