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Nun stand ich hier mit dem Blick auf das Stadtviertel, dass durch die Nachtdämmerung leicht orange erhellt ist. Kurze Zeit wurde mir schwindlig. Ich griff nach dem eiseigen Geländer. Er bemerkte meine schnelle Bewegung und trat ein Stück an mich heran. Kaum fünf Zenitmeter war er von mir entfernt. Mir stockte der Atem. Was war nur geschehen? Mit dem Kopf zum Boden geneigt, bewegte ich ihn etwas nach links. Behutsam schloss ich die Augen und holte mehrmals tief Luft. Auf einmal spürte ich, wie nah er mir war. Nie zuvor standen wir so eng beieinander. Schnell breitete sich wärme in mir aus. Von den Minusgraden war nichts mehr wahrzunehmen.
Meine Gedanken beschäftigten sich nur mit diesen Augenblick. Zögernd öffnete ich die Lieder, um mich zu vergewissern, dass dies alles kein Traum war, sonder die Wirklichkeit. Und ja es ist alles wahr. Er befindet sich direkt hinter mir. An mir ! Tief atmete ich durch, musste jedoch leicht den Mund öffnen, um genug Sauerstoff zu bekommen. Noch näher kam er mir und legte seine warme Hand zärtlich auf die meine. Diese Berührung ließ alles in mir schmelzen. Ihn bei mir zu haben und zu spüren ist einfach wunderbar. Etwas fester griff er zu, als er fühlte, dass meine Hände fast eingefroren waren und verhakte sie mit meinen kleinen Fingern. Dies tat er ganz sanft, als sei ich eine Porzellanpuppe, die gleich einzubrechen droht. So überwältigt von diesen Moment konnte ich kaum einen klaren Gedanken fassen. Voller Freude füllten sich meine Augen mit Wassertropfen. Ein Schritt trat er zur Seite und sah auf mich hinab. Langsam glitten meine Augen in Richtung seines Körpers und schließlich in seine Augen. Für kurze Zeit wagte ich einen Blick in sein Glitzern, scheu sah ich dann wieder nach vorn. Verzweifelt wankten meine Blicke nach recht und links, jedoch hielt ich es nicht lang aus an einem Punkt zu verharren. Plötzlich zog er sachte an meiner Hand und drehte mich zu ihm um. Verwundert stand ich vor ihm, wusste nicht, was ich tun sollte. Seine Anwesenheit brachte mich in Verlegenheit. Dennoch bin ich so glücklich wie noch nie zuvor. Meine Knie zitterten, waren wie Butter, doch dieser Zustand verflog, da er mir um die Hüfte fasste und mir Halt gewährte. Ich zuckte zusammen. Sofort löste er seine Hand von meiner. Dies gab mir zu bedenken. Hab ich etwas falsch gemacht? War dieser wunderschöne Moment vorbei? Diese unglaubliche Zweisamkeit? Erschrocken sah ich an. Sofort viel der Schock im Hintergrund, als er mich mit sein Augen verzauberte. So geheimnisvoll, vertraut, aber trotzdem etwas ängstlich. Ein Lächeln schwang über seine Mundwinkel, den ich nicht wiederstehen konnte. Schüchtern sah ich ihn an und fuhr mir durch die Haare. Anscheinend war eine Strähne verrückt, sodass er seine Hand hob und sie zurecht legte und meine Schleife berührte. Seine Finger streichelten zart meine Wange, glitt in einer Bewegung unter mein Kinn. Gleichzeitig stützte er meinen Kopf, der er somit leicht nach oben hob. Liebevoll schaute er mir in meine Augen, trat ein Stück näher und schloss seine Lieder. Zögernd kam ich ihn entgegen. Hunderte von Gefühle stauten sich in mir und explodierten in diesen Moment. Zärtlich berührten seine Lippen meine. Niemals sollte dieser Moment vergehen. Doch langsam löste er sich von mir und grinste einwenig. Mit einer Geste deutete er darauf, dass es Zeit war sich in Bewegung zu setzten. Mit einen Schub stupste er mir auf den Rücken. Und ich fiel in ein schwarzes Loch.
„Ahhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh!“ Schweiß gebadet wachte ich auf. Alles nur ein Traum. Oder? Langsam richtete ich mich auf und trat zu meinem Schreibtisch. Aus der hintersten Ecke kramte ich einen Schlüssel hervor und schloss mein Geheimfach auf. Ich nahm den einzigsten Inhalt des Schubfaches heraus und hielt es fest. Ein weißen Zettel. Behutsam öffnete ich und flüsterte mit ihn vor.


Hey mein Krümel =P,
ich hoffe du kannst meine schreckliche Schrift entziffern.^^ So oft ich mit dir Zeit verbracht hab, war ich auch an dieser einen Stelle. Mittlerweile könnte ich schon mit dir ein Lager aufbauen. Die Augenblicke mit dir zusammen sind einfach unglaublich schön und blöderweise vermiss ich dich schon, wenn wir uns verabschieden. Besonderst traumhaft ist es dich im Armzuhalten und deine Nähe zu spüren. In der Zukunft kann es eigentlich nur noch schöner mit uns beiden werden.
Das ist das erst mal, dass ich einem Mädel nen Briefchen schreib. Ich hoffe damit ist dir klar, dass du was ganz besonderes bist und meine Gefühle klar sind.
Hab dich soooooooooooooooooo lieb *-*


Jedes mal, wenn ich ihn lese, rollen mit die Tränen über die Wangen. So etwas wundervolles hat mir noch nie jemand geschrieben und die Zeit kommt mir vor, als wäre sie stehen geblieben und ich würde alles noch einmal erleben. Doch ist alles immer noch wie es da steht? Seit einer Woche haben wir uns nicht mehr gesehen und schreiben tun wir uns nur selten. War alles nur ein Moment?

Impressum

Tag der Veröffentlichung: 07.02.2012

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Nur für eine Person, die mir sehr ans Herz gewachsen ist.

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