Klangfarben des Mai
Die Tulpen sind schon vor ihm wach,
begrüßen ihn, den Mai
mit ihrer leuchtend Farbenpracht,
selbst lila ist dabei!
Den Flieder hat er mitgebracht
und öffnet dessen Kerzen,
und der erfüllt die Frühlingsluft
und zieht in alle Herzen.
Rings um mich her Vergissmeinnicht
im himmelblauen Maienlicht.
Der Falter flattert hin und her
im weitgestreuten Blütenmeer.
Ich lausch' der Amsel Flötenklang
an diesem glockenhellen Tag.
Die ersten Töne sie schon sang,
als ich noch in den Federn lag.
Sie jubelts Herz sich aus der Brust.
Welch Blütenduft steigt aus dem Tale!
Der Kuckuck ruft noch ein Finale,,,
Oh Maientag, oh Frühlingslust!
Neuer Blick
Wie hat der Regen die Welt gewaschen!
Jetzt holt die Sonne aus ihren Taschen
all ihr Gold und wirft es auf die Flächen.
Ihr Bäume lasst den Wind jetzt sprechen,
werft in das Licht einen grünen Schein
und tragt die Hoffnung ins Herz hinein!
Erinnerung im Mai
Umhüllt von Lärchengrün und Lindenmai
Von Maiglöckchenduft und Bärlauchdunst
Wiegt mich das Lied des sanften Regens
Das auf jungen grünen Dächern spielt.
Ein verlorenes Märchen träume ich
Der Duft frischer Haut nach dem Bade
Holt mich zurück in die Gegenwart
Dimmt das lodernde Feuer in mir
Was für ein Pfingsten
Weite Stille ringsum
Weder Mensch noch Tier
stören die harmonische Ruhe
an diesem Pfingstmorgen
Zarte Vogelstimmen
und Bienensummen
in lichtem Schatten
runden das Frühlingsbild
Am azurblauen Himmel
zarte helle Schleier
fernab der Sonne
über gold-grüner Erde
Majestätisch die Kastanien
Kerzenleuchter aufgesteckt
verströmen dezent
süßlich-schwülen Duft
An den Gartenzäunen
noch Forsythien
längst übertroffen von
Magnolien Azaleen
Rhododendren
Vergissmeinnicht
ersten Pfingstrosen
Tulpen in hundert Farben
Über allem aber liegt
der Duft von Flieder
weißem Flieder lila
Flieder purpur Flieder
Ich atme rieche spüre
den Hauch von Pfingsten
Einen Lidschlag lang
bin ich in Eden
Elfe
Im Dom aus Lärchengrün und Lindenmai
schwebt sie durch Bärlauch-und Maiglöckchenduft,
zum Lied des sanftwarmen Regens tanzend,
das er auf jungen Dächern spielt.
Mit gläsernen Flügeln brillierend trinkt
sie Nektar des Himmels und der Blüten,
im Sonnenspektrum des lichtgrünen Raums
schwingt sie von Knospe zu Blatt.
Vergiss-mein-nicht
Der Frühling brachte kürzlich mit
das leuchtende Vergissmeinnit.
Himmelblau strahlt's aus dem Grün.
Schon wird mir heiter, schau ich hin.
Das Blümlein einfach zu mir spricht:
Vergiss-mein-nicht, vergiss-mein-nicht!“
Es wird mir stets willkommen sein,
Das Blümelein so zart und fein,
Muss wohl des Himmels Spiegel sein,
hat mittendrin die Sonne klein.
Es stellt sich immer wieder ein.
Vergiss-nicht-mein, vergiss-nicht-mein.
Es kann auch weiß und rosa sein
und wie ein Amethystenstein.
Es sucht sich selbst den rechten Platz
und ist der Liebe kleiner Schatz.
Rundherum ist Grün voll Licht,
Vergiss-mein-nicht,Vergiss-mein-nicht.
Das Mädchen grade fünf-sechs Jahr
sich bindet es ins Lockenhaar
als Kranz zum frohen Ringelreihn
und stimmt dazu ein Liedchen ein.
Darüber soll sich's Blümchen freun:
Vergiss-nicht-mein, vergiss-nicht-mein.
Der Jüngling später liebt dies Kind,
des Augen wie die Blüten sind.
Ihr sagen kann er's leider nicht.
Drum schenkt er's Blümlein, welches spricht:
Du liebes Herz, vergiss-mein-nicht,
Vergiss-mein-nicht, vergiss-mein-nicht.
Danach, als sie sich dann getraut,
im Hochzeitsstrauß von seiner Braut
aufs Neue jenes Blümlein blaut.
Als Pfand für Liebe und für Treu
spricht leise es und bittet scheu:
Vergiss-mein-nicht, vergiss-mein-nicht.
Das Leben wie im Flug vergeht;
noch auf dem letzten Fleckchen steht
ein zarter himmelblauer Strauß,
der zum Besucher zwinkernd spricht:
Gehst du aus diesem Garten raus,
Vergiss-mein-nicht. Vergiss-mein-nicht.
Bitte, vergiss mein nicht!
Was macht der Mai...?
Was macht denn der Mai
- wenn alles blüht neu -
mit Dichtern und mit Reimern?
In üppig grünen Räumen
verführt er sie mit Träumen,
trägt sie mit Frühlingswinden
durchs Rauschen hoher Linden,
durchs Jubeln von Lerche und Nachtigall
und fliegt getragen von diesem Schall
über Schafe und Lämmer in weiter Flur,
steigt zwischen Wölkchen hoch zum Azur,
macht sämtlich sie zu Träumern:
Sie folgen seiner Spur...
Lyrik im Mai
Auwald duftet nach Bärlauch und Kraut,
Rauschen der Blätter geht unter die Haut.
Lausche dem Frühlingsklang,
Da trifft mich Amselsang.
Der rührt mich bis ins Mark.
Lyriklesung draußen im Park:
Plötzlich wird die Stille laut,
Donnerhall dazwischen haut.
Frühling hat dem Herbst versprochen:
Es gibt reiche Erntewochen!
Wenn der Mai ist kühl und nass,
Füllt's dem Landmann Scheun und Fass.
Regen im Mai! Lesung vorbei.
Lyrik entzwei? Wie dem auch sei:
Überall Leben, Frühlingspracht,
Oben im Blau die Sonne lacht!
Blühender Raps
Die Lerche singt aus voller Kehle,
berührt mein Herz und meine Seele.
Mich trifft betörend süßer Duft,
verschlägt den Atem, nimmt die Luft.
Sekunden später rund umher
zitronengelbes schwingend' Meer.
Das Auge gebannt, halte ich an;
ich trete ganz dicht an den Feldrain heran.
Woher kommt dieses feine Klingen?
Mir scheint, ich höre fröhlich Singen.
Wohl bis zum Himmel zieht's empor,
Das Erntelied vom Bienenchor.
Die Sonne lacht vom Himmelsblau.
Um mich herum ist Goldene Au!
Heiliger Bonifatius
Wie July ist dieser Mai
Oder wie man glaubt dass der sei
Trocken und heiß
In quellendem Schweiß
Kein Tropfen von oben
Kein Morgen im Tau
Kein Wölkchen erhoben
Azurtiefes Blau
Jeden Hauchs jeder Regung bar
Nächte trocken sternenklar
Zweihundert Stunden Sonnenschein
Leben geht in Gluthitze ein
Wetterfrösche von Meteo Consult
Nennen jene Heiligen kalt
Mamertus Pankratius
Servatius Bonifatius...
Sie haben ihre Sammelstelle
Am Scheitel jener Hitzewelle
Was wachsen will sehnt Regen bei
Noch ist nicht July es ist erst Mai
Kalte Sophie frier Tage ein
Für ein Stück Sommer-Sonnenschein!
(Mai 2000)
Texte: All rigjhts by Marlies Kühr
Bildmaterialien: All rights by Marlies Kühr
Tag der Veröffentlichung: 22.05.2014
Alle Rechte vorbehalten
Widmung:
Für uns alle!