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Schuhe



Sofort denken die Meisten: „Ich hab’ zu viele, wie bringe ich die ganzen Latschen noch bloß in meinen so begrenzten Schrankkapazitäten unter? Man müsste doch einmal wieder ans Aussondern denken.
Aber von welchen der geliebten Treter trenne ich mich?“
Entscheidungen stehen also ins Haus, wichtige und eigentlich unaufschiebbare, denn… ich will mir ja Neue kaufen. Glaubt mir, ich brauche welche.
Jetzt geht’s los! DIE wären noch für den Garten gut und DIE zieh ich zu dem und dem an und so weiter. Schließlich bleibt ein mickriges Paar zum Entsorgen übrig, selbst das schmerzt.
Früher habe ich einfach mal welche von Papa in die Tonne gehauen. Der geht hin und holt sie wieder raus.

Tja, man hat einfach zu viel und kann sich dennoch nicht trennen. Ich müsste mal Tabula rasa veranstalten, rigoros und ohne Skrupel alles Überflüssige eliminieren.
Erhebt sich die bange Frage, was ist überflüssig und geht es mir nach der so grausamen Aktion besser?

Manche Menschen sind konsequent, sie sondern bedenkenlos aus, sie erkennen die Notwendigkeiten. Auch rostige Büroklammern sollten entsprechend entsorgt werden. Hier würde ich schon wieder überlegen, gehören selbige zum gemeinen Hausmüll oder wäre das Schrott, gewissermaßen Sondermüll. Müsste man zum Wertstoffhof bringen!
Bei den Schuhen verhält sich das ähnlich. Schuhe gehören nicht in gelbe Säcke! Vielleicht in die Biotonne? Möglicherweise nur die Lederschuhe? Man sollte die Igilitschuhe von den Ledernen trennen. Nein, ich habe keine Igilitschuhe. Aber Gummilatschen gehören mit Sicherheit nicht in den Biomüll. Es gibt auch Mischschuhe . Die wären dann Haushaltsmüll, obwohl….sicher bin ich mir nicht.
Vielleicht gehören sie auch in den Sperrmüll. Manche Leute haben Schuhgröße 47, die sind schon ziemlich sperrig.. Also Gr. 47 habe ich nicht ganz, aber die Menge macht es.
Ich weiß nicht wie ich die Dinger auf legale Weise loswerde?
Ich werde sie deshalb lieber doch noch ein bisschen aufbewahren und dann vielleicht ein ganz geheimnis-
volles Verschwinden zelebrieren. Danach kauf ich mir sofort Neue!!
Richtig Gute, die ein Leben lang halten. Ach, das wäre schön! Wer’s glaubt wird selig! Nichts hält ein Leben lang. Früher oder später geht alles über den Jordan. Wenn ich wüsste, dass es dort schöner wäre, würde ich auch bedenkenlos mal über den Jordan gehen. Aber ich glaube man kommt nicht zurück.
Ich bleibe also kurz entschlossen hier und quäle mich mit dem Schuhsyndrom bis Schaum vor’m Munde steht.
Als wenn es nichts Wichtigeres gäbe. Nein, das ist schon wichtig! Man stelle sich vor, wie viel Stunden am Tage unsere sauberen Füße (man hofft, sie sind es) in den Schuhen stecken…und es sind die einzigen Füße, die wir haben. Wir müssen mit beiden mitten im Leben stehen, wo auch immer das gerade sein mag. Sie müssen also handfest geschützt sein. Wieso eigentlich handfest? Fußfest würde eher zu treffen. Man sagt vielleicht trittfest aber das ist wieder etwas anderes.

Schuhe schützen!

Manchmal auch die Umgebung vor unseren Füßen. Aber dieses Thema lasse ich mal als Ästhet bewusst weg.
Unsere zarten Füße brauchen Schutz, daher also Schuhe. Komischerweise beim heutigen Stand der Wissenschaft sind die meisten Bürger fußkrank, Platt- Senk und Spreiz oder Sonstwasfüße sind an der Tagesordnung. Davor scheint der Durchschnittsschuh den Durchschnitts-
menschen nicht zu bewahren. Wovor eigentlich überhaupt? Vor Kälte….ja das geb’ ich mal zu, wenn man denn ununter-
brochen hüpft und trampelt, könnte das wenigstens klappen. Wie machen es bloß die Hunde oder Katzen? Die haben Sommer wie Winter die gleichen Pfoten und eine Senk- oder Plattpfote sieht man fast gar nicht. Auch Hühneraugen sind an Hundepfoten höchst selten. Vielleicht sollte die Schuhindustrie mal Tierfüße erfor-
schen.

Schuhe verschönern!

Mitunter denke ich, wozu ist wohl ein hoher Absatz gut? Um Größe vorzutäuschen? Das fliegt auf, meistens beim Öffnen des Mundes.
Seltsam, trotzdem gibt es ungeheuer viele Menschen, besonders männlichen Geschlechts, die sehen ganz gerne frauliche Beine hochhackig vor sich hertänzeln. Die Trägerin, sich dessen bewusst, beißt die Zähne zusammen, vermurkst ihre Füße und Beine und stolziert in diesen Fußmonstern in der Öffentlichkeit umher.
Kommt sie dann an irgendeinen Tisch (endlich!), dann werden die Biester heimlich abgestreift.

Ich frage mich ganz besorgt: kann das der liebe Gott gewollt haben? Also der frühe Mensch ging in Jesuslatschen und er wusste warum.
Aber meine Lieben, ich bin auch nur ein armes eitles Weib. Ich habe auch Fuß- und Beinmörderschuhe. Schließlich neigt man ja dazu, so einiges mit zu machen. Es lässt sich mitunter auch nicht umgehen. Man stelle sich vor, ich tauche mit dem kleinen Schwarzen und an den Füßen meine Turnschuhe im Theater auf. Ich hätte mich geoutet und Schlimmeres. Sie würden mit Fingern auf mich zeigen. Mein Begleiter, wenn ich denn einen hätte, würde sich nicht mehr auf die Strasse trauen. Allerdings ist heute alles möglich. Vielleicht würden morgen alle diesem „Trend“ begeistert folgen.
Nö,… ich glaube eher nicht! Den Versuch werde ich mal aus Vernunftgründen bis auf weiteres verschieben.

Schuhe verraten!

Show me your shoes and I say you,who you are. (man muss manchmal was Englisches sagen, wirkt cooler)
Äußerste Vorsicht also, du wirst klassifiziert!

Und jetzt noch ein Wort zu den Spezialschuhen. Anmerkung: ich habe keine.
Mein Verständnis geht soweit, dass ein Feuerwehrmann wohl andere Schuhe braucht als ein Tiefseetaucher.
Aber muss man unbedingt für die Erklimmung der Berge und Eroberung unserer Wälder 10 Paar verschiedene Schuhe ramponieren? Oder ist es so wichtig, dass der Haus-Garten-Wald-Turnhallen und Fitnesscentersportler ein Paar Jogging-, Walking-, Sqash- und Sonstwas- Turnschuhe benötigt, um seine sportlichen Erfolge zu erzwingen (500 g Abnahme in 90 Tagen, oder so)?

Worum geht es hier? Die Betroffenen mögen sich das selber beantworten. Jedem die Seinen, sage ich hier ganz diplomatisch. Könnte ja sein, dass so ein Betroffener, wenn er sich denn als solcher erkennt, diese Zeilen liest. Man würde gnadenlos über mich herfallen. Allerdings geht es mir nicht um die anderen, sondern um meinen Schuhhaushalt und der ist reichlich verworren. Ich werde daran arbeiten, falls mir nicht Besseres einfällt. Ich glaube mir fällt etwas ein. Die Taschen eventuell…ein weites Thema. Ein Frauenthema! Wundervolle Klischees würden mir begegnen!


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Tag der Veröffentlichung: 08.12.2008

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