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Einführung

Der Fussball entwickelt sich aktuell immer rasanter. Während die Spieler früher noch mit guter Technik oder einer extremen Schnelligkeit herausragen konnten, so gelten die damaligen „Waffen“ heute als Grundanforderung des modernen Fussballs. Mittlerweile sprechen wir von unter einer Sekunde durchschnittlicher Zeit zwischen Ballannahme- und abspiel. Ein durchschnittlicher Bundesligastürmer hat den Ball pro Spiel sogar nur noch rund 45- 50 Sekunden am Fuss. Diese Zahlen zeigen, wie schnell der Fussball in den letzten Jahren geworden ist. Das alleinige Ausbilden von fussballspezifischen Fähigkeiten wie Zweikampfführung oder Passspiel gehört zweifelsfrei nach wie vor zum wichtigen Inhalt des Trainings, allerdings bestimmt deren Ausgeprägtheit nicht mehr alleine über die Qualität eines Spielers. Vielmehr muss ein guter Fussballer im richtigen Moment und unter hohem Druck Entscheidungen treffen können. Diese Entscheidungen bestimmen darüber, ob die erlernte Technik in einer bestimmten Situation eingesetzt wird, oder der Zweikampf verloren geht. Gleichzeitig kann die Entscheidung natürlich auch nicht erfolgreich umgesetzt werden, wenn die technischen Fähigkeiten dazu fehlen. Verantwortlich für die Wahrnehmung, Verarbeitung und Entscheidung sind die exekutiven Funktionen des Gehirns. Alle Reize und Einflüsse, welchen die Spielerinnen und Spieler ausgesetzt sind, müssen in erster Linie im Gehirn wahrgenommen und verarbeitet werden. Dieser Prozess hilft dabei, eine Entscheidung, die auf dem wahrgenommenen Reiz basiert, zu treffen. Verfügt ein Spieler also über zu wenig stark entwickelte Funktionen, so steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er häufiger falsche Entscheidungen trifft oder überfordert ist. Nur wer gut entwickelte exekutive Funktionen hat, kann aus dem erlernten Repertoire an Bewegungsmustern oder technischen Elementen zur richtigen Zeit die richtige Lösung auswählen.

 Aus diesem Grund ist es zwingend notwendig, spielnah zu trainieren. Dies bedeutet, dass bereits im Training weitgehend auf losgelöste Drills verzichtet werden sollte und Übungen sowie Spielformen mit Gegner- und Zeitdruck durchgeführt werden. Um es deutlicher zu machen: Im Spiel erleben die Spielerinnen und Spieler stets unterschiedliche Reize, die verarbeitet werden müssen. Genau darauf soll sich bereits das Training fokussieren. Klassische Slaloms mit vielen Wiederholungen sind zwar gut, allerdings fördern sie die Kinder nicht ganzheitlich und spielnah. Zusätzlich geniesst aktuell ein zweites Thema an grosser Bedeutung. Gerade in der Ausbildung der jungen Fussballerinnen und Fussballern sollen wieder vermehrt 1 gegen 1 Duelle trainiert werden. Dadurch sollen zunehmend kreative und mutige Dribbler entstehen. Gerade in der Weltspitze sind diese Spieler noch immer diejenigen, die ein umkämpftes Spiel entscheiden

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Tag der Veröffentlichung: 25.02.2023
ISBN: 978-3-7554-3357-6

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