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PROLOG

Eine Reiseerzählung... Um ehrlich zu sein – der Buchmarkt explodiert doch geradezu von solcherlei Berichten. Ein Grund mehr für mich, dem noch meinen (gehaltvollen???) Senf hinzu zu fügen. Und es war ja tatsächlich so, dass ich im September anno 2016 mein Säckle schnürte und mich auf den Weg in die dänische Hauptstadt Kopenhagen, nach Skandinavien begab.

Was soll man sagen? Es war eben ein für mich so typischer Selbsterfahrungstrip, der mich nahezu Kopf und Kragen kostete. Aber Sie wissen ja: Das Glück ist meistens mit den Doofen. Und so begab es sich, dass ich mich unter den ehemaligen Wikingern noch halbwegs ungeschoren aus der Affäre ziehen konnte. Denn es ist ja mitnichten so, dass ich meine Reisen – obwohl ich dieses auch schon in der Vergangenheit tat – mit absoluter Planung, geregelter Finanzierung und gesicherter Unterkunft unternehme. Sei's drum!

In Kopenhagen hieß es für mich in jedem Falle: Das harte Leben eines Obdachlosen genießen! Im Rückblick kann ich sagen: Ich hatte durchaus auch meinen Spaß, habe die Lage durchaus auch genossen. Doch muss man auch hinzu fügen – das Leben auf der Straße, wenn auch in fremden Landen, ist hart, ja, zu hart für mich. Und so genieße ich die zeitweise Sicherheit meiner Existenz im warmen, durch Putzmänner aufgeräumten Altbauraum am Borsigplatz in meiner allseits beliebten Heimat und Lieblingsstadt Dortmund; versuche mir die Zeit mit schreiben zu vertreiben. Bücher sollen es im besten Fall werden. Bücher, die auch gelesen werden.

Um ehrlich zu sein – ich investieren viel Zeit und Kraft in die aufwendige Produktion meiner Schriftstücke. Und so fordere ich euch auf: Lest was der intellektuelle Geist hergibt! Lest meine Absonderungen! Lest von meinen Erfahrungen, meinem teilweise katastrophalen Lebenswandel. Ja ja. Wenn Betty, meine allseits vermisste Ex-Frau, Mutter meiner Kinder, von meinen Aktivitäten erfahren würde – sie würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, sich angewidert von mir abwenden, kein einziges, nicht das leiseste Wort mehr mit mir wechseln.

Ich bekenne mich schuldig: Ich bin ein Chaot, ein wohl durchdachter seelischer Exhibitionist. Ich bin Blasphemiker, Hypochonder, Heliotropist. Was mir aber kein Mensch vorwerfen kann, ist, dass ich meine humanen Pflichten als Erdenbürger vernachlässige. Ich schlafe sehr viel, erledige so nur ein überaus menschliches Bedürfnis. Auch, wenn ich gelesen habe, dass es Leute geben soll, denen der Bedarf nach Schlaf gänzlich abhanden gekommen ist. Das muss man wohl trainieren, die Augen so zu

Impressum

Verlag: BookRix GmbH & Co. KG

Tag der Veröffentlichung: 22.09.2016
ISBN: 978-3-7396-7522-0

Alle Rechte vorbehalten

Widmung:
Für Ibrahim, meine afrikanische Sonne.

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